Sie hatte einen schwarzen Bikini an, der ihre jugendlichen Formen betonte und schwarze, kurze Haare. Ich schätzte sie etwa in meinem Alter, vielleicht ein Jahr jünger.
Aber was sie dort am Tisch trieb war mir ein Rätzel?
Sie griff ab und zu in eine Schale, die neben ihr stand und schwenkte die Faust über den Tisch und nahm nach einiger Zeit erneut etwas aus der Schale.
Plötzlich schaute sie zu mir rüber!
Ich fühlte mich ertappt und tat so, als wenn ich zufällig in ihre Richtung geblickt hatte. Meine Uhr sagte mir, dass ich noch etwas zu Essen brauchte. Deshalb erhob ich mich und machte mich auf den Weg.
Als ich mit meinem gefüllten Rucksack zurückkam, saß sie immer noch am Tisch und wischte mit dem Finger auf etwas herum, was ich von meinem Standpunkt aus, nicht erkennen konnte.
Ich hatte mir eine kleine Dose Ravioli mitgebracht, das typische Camper Essen, das ich mir jetzt auf dem kleinen Gaskocher warm machte. Dabei hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden und als ich unversehens zu ihr rüber schaute, sah ich direkt in ihre Augen. Auch wenn es zu weit weg war, so meinte ich, dass ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht huschte.
Meine Ravioli waren heiß und ich schüttete sie auf den mitgebrachten Plastikteller, setzte mich vorsichtig auf meinen Luftmatratzensessel und begann mit der Gabel einzelne Ravioli aufzupicken.
Gerade wollte ich die Gabel erneut zum Mund führen, als unsere Blicke sich begegneten. Ich stoppte mit der Bewegung, sah sie mutig an und zuckte mit den Schultern.
Ich deutete ihr damit an, dass Camping nun Mal so ist!
Jetzt konnte ich ihr Lachen deutlich erkennen.
Nachdem ich mein Geschirr am Waschhaus gesäubert hatte, spazierte ich langsam an den Zelten vorbei und blieb bei ihr stehen. Jetzt erst sah ich was sie die ganze Zeit gemacht hatte, sie malte mit Sand.
Ich hatte sowas zwar schon mal im Fernsehen gesehen, aber noch nie jemanden getroffen, der so etwas beherrschte!
Svenjas Schweigen
schreibt franzl