Ich rief noch hinter ihr her: „Svenja, was ist? Was habe ich falsch gemacht?“
„Du hast nichts falsch gemacht!“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir.
Etwas erschrocken drehte ich mich um, weil ich niemanden hab kommen hören. Vor mir stand ein etwas älteres Paar und die Frau hatte große Ähnlichkeit mit Svenja, anscheinen ihre Mutter.
„Svenja ist von Geburt an Gehörlos und reagiert immer so, wenn Menschen, die ihr sympathisch sind, hinter ihr Handicap kommen! Viele reagieren dann abwehrend, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen!“
„Aber sie ist mir doch auch sehr sympathisch, sie ist so ein süßes Mädel und hat ein unglaubliches Talent!“ Dabei deutete ich auf ihre Sandutensilien.
„Sie wird schon wieder aus ihrem Schneckenhaus herauskommen, du musst nur Geduld haben!“
Auf einmal schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: „Hat Svenja ein Handy?“
„Ja hat sie!“ Ihre Mutter schien von der Idee begeistert zu sein. „Ich glaube das ist eine tolle Idee! Schreib ihr, dass du sie magst und du heute Abend am Strand auf sie warten würdest, sie wird sicher kommen! Aber du musst Geduld haben.“ Svenjas Mutter lächelte herzlich und diktierte mir Svenjas Handynummer.
Bevor ich mich abwandte, sagte ihre Mutter noch: „Tu ihr bitte nicht weh, sie ist ein sehr zartes Pflänzchen!“
Ich versprach es und ging zu meinem Zelt. Es dauerte etwas, bis ich einen geeigneten Text zusammengebastelt hatte. Ich schrieb:
„Liebe Svenja,
es tut mir leid, dass ich dich so verschreckt habe,
das wollte ich nicht!
Ich finde dich so süß! Würde dich gerne besser kennen lernen.
Vielleicht kannst du mir helfen dich zu verstehen?
Wie wäre es, wenn du mir die Gebärdensprache beibringst?
Würdest du das für mich machen?
Ich werde heute Abend am Strand auf dich warten,
Vielleicht kannst du mir ja verzeihen?“
Malte
Ich las den Text wohl noch zwanzig Mal durch, bevor ich ihn abschickte, doch dann war er raus und ich sah, dass er angekommen war und wenig später war er auch gelesen worden.
Svenjas Schweigen
schreibt franzl