Dem kann ich mich nicht entgegenstellen. Und ich will es auch nicht. Alles, was ich will, ist, dass Du glücklich bist!“
„Ich bin glücklich mit Dir!“ versicherte ich und drückte Selinas Hände wieder an meine Lippen.
„Und ich bin glücklich mit Dir!“ erwiderte Selina und zog nun ihrerseits meine Hände an ihre Lippen.
„Und was soll ich jetzt tun?“ fragte ich, da ich nun überzeugt war, dass Selina doch unter der Situation litt. Selina lächelte mich wieder an und antwortete: „Hab ich doch gesagt; Geh zu ihr!“
Es gibt Momente, in denen ich überzeugt davon bin, dass Männer und Frauen einfach nicht dieselbe Sprache sprechen. Das war einer dieser Momente!
Natürlich, ich wollte zu Swenja gehen. Ich wollte sie nicht so verlassen und einsam stehen lassen. Aber ich wollte auch Selina nicht verlassen, um zu Swenja zu gehen. Meine Gedanken purzelten, wie ein einstürzendes Kartenhaus durcheinander, ohne dass ich in der Lage gewesen wäre, auch nur einen einzigen von ihnen festzuhalten. Kurz entschlossen und ohne, dass ich hätte erklären können, warum, nahm ich Selina bei der Hand, sagte „Komm mit!“ und zog sie sanft mit mir mit zu Swenja.
Neben Swenja blieb ich stehen, schob Selina behutsam vor mich und legte zärtlich meine Arme um ihren Körper. Mehrere Minuten blickten wir schweigend aufs Meer hinaus. Ich versuchte, meine Gedanken so weit zu ordnen, um in dieser Situation irgendetwas Sinnvolles sagen zu können. Aber es gelang mir nicht. Ich genoss das vertraute und erregende Gefühl von Selinas nacktem Körper in meinen Armen und spürte trotzdem diese Anziehungskraft, die von Swenja ausging und der ich mich nicht entziehen konnte.
‘Hast Du Angst vor mir?’ hörte ich plötzlich Swenjas Stimme in meinem Kopf fragen. Ich sah sie an, sog den Anblick ihrer Schönheit in mich auf und antwortete so, dass auch Selina es hören konnte: „Ich hab Angst vor meinen eigenen Gefühlen.“
Swenja
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Swenja
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Telepathie
schreibt SvenSolge