„Ich bin da, Josh!“ flüsterte sie zärtlich und wiegte mich wie ein kleines Kind in ihren Armen, bis ich mich wieder beruhigt hatte.
Selina war für mich da und ich weiß, sie wird immer für mich da sein, so wie ich für sie da bin.
Ich drehte mich zu ihr um und wir umarmten uns mit all unserer Liebe.
Die Trauer über meinen Verlust ließ mich die uns verbleibenden Tage unseres Urlaubs nicht mehr so recht genießen und der Strand auf der Insel Schiermonnikoog wurde mir plötzlich unerträglich. Selina spürte es. Und bis der Wind die letzten Spuren von Swenjas Botschaft an mich vom Strand geweht hatte, hatte sie bereits unser Zelt abgebaut und unsere Sachen gepackt. Die letzten Tage unseres Urlaubs kutschierten wir durch Holland, sahen uns viele Orte und Sehenswürdigkeiten an und gönnten uns sogar, ein paar mal auszugehen.
Selina tat alles, um mich auf andere Gedanken zu bringen. Und ich rechnete es ihr hoch an, dass sie nie von mir erwartete, dass ich ihr Fröhlichkeit vorspielte.
In gewisser Weise mag ich solche Urlaube, in denen man immer unterwegs ist, im Auto schläft und Land und Leute kennen lernt. Ich mag sie sogar lieber als reine Urlaube am Strand. Selina und ich verstanden uns in diesen Tagen fast wortlos, was nicht nur an meiner Schweigsamkeit lag. Wir spürten diese innige Verbundenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das uns über die Jahre unserer Beziehung immer fester zusammengeschweißt hatte.
Selina ist die große Liebe meines Lebens!
Und doch werde ich niemals Swenja vergessen können. Und ich werde niemals die Liebe leugnen, die mich auch mit ihr verbunden hat und immer verbinden wird! Oft wenn ich träume, fühle ich das Feuer ihrer grünen Augen auf mich gerichtet. Und nicht selten erwache ich dann nicht nur mit einer Erektion, sondern durch einen intensiv erlebten Orgasmus.
Jedes Mal, wenn Selina davon erwacht, sagt sie mir: „Swenja war wieder bei Dir! Ich hab die Magie gespürt.“
Ich weiß, dass es die Wahrheit ist, wenn sie das sagt, denn auch ich kann die Magie spüren.
Und ich wehre mich nicht mehr gegen sie.
Im Nachhinein bereue ich nur eines, und zwar, dass ich kein einziges Foto von Swenja geschossen habe. Aber vielleicht führt das Schicksal oder ein gütiger Gott, der mir meine lästerlichen Gedanken vergeben kann, uns noch einmal zusammen...
Swenja
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Swenja
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Telepathie
schreibt SvenSolge