Sybille

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Sybille

Sybille

Matthias Brockmann

Sybille. Am Nachmittag. Zum Kaffee. Ihre Stimme am Telefon. Altsopran, etwas rauchig und doch weich, verführerisch. Sie kommt zu ihm. Wie gestern. Zum Kaffee, zum Kennenlernen. Sybille. Seit einigen Tagen an seiner Schule. Unterrichtet Deutsch und Französisch in seiner Klasse. Sie ist neununddreißig, groß, schlank, schwarze Haare mittellang und leicht gewellt. Schmales Gesicht, von der Nase her zwei tiefe Falten, die ihre Lippen einrahmen, akzentuieren. Irgendwie indianisch. Stolz leuchtet aus ihren dunkelbraunen Augen. Auch Güte und Fröhlichkeit. Ihre heitere Gelassenheit imponiert ihm.
Sie saßen sich gegenüber, gestern. Sybille und er am Tisch auf der Terrasse, sprachen über Schule, Schüler, auch über Kollegen. Er hörte zu, lauschte dem Klang ihrer Stimme, wägte die Worte nach anderen Deutungen.
Kaffee und Kuchen, später Wein. Als die Dämmerung kam, bei der zweiten Flasche Wein, zogen sie um. Von den Stühlen auf die Couch. Musik? Ja. Welche? Egal. Zufällige Berührungen, beabsichtigt unbeabsichtigt gesucht. Beethoven, sechste Symphonie. Auf dem Fußboden ausgestreckt hörten sie die Musik. Er lauschte Sybilles Atmen, paßte sich ihrem Rhythmus an. Suchte in der Luft ihren Duft. Sie roch nach Zimt, nach Tausendundeinenacht. Ihr Aroma breitete sich in seinem ganzen Innern aus, regte ihn auf. Ließ ihn ganz leicht werden, schweben. Vorsichtig suchte seine Hand nach ihr. War glücklich überrascht von der Wärme der Berührung, von der Weichheit. Sybille.
In einigen Stunden. Er lehnt sich im Sessel zurück, schließt die Augen. Die Erinnerung: betörend der Duft ihrer Haut, ihrer Haare. Ihre Lippen aufeinander gepreßt, ungehemmt züngelten sie, suchten. Sie schmeckten sich, waren davon berauscht, wurden atemlos gieriger. Versuchten sich zu beherrschen. Ihre Körper prallten aufeinander, ihre Arme wollten aus zwei einen einzigen Körper pressen. Fast erdrückten sie sich, keuchten, rangen nach Luft. Sie erkannten, bejahten, brauchten noch ein bißchen Erholung.
Nochmals die Sechste aufgelegt. Sanft gegenseitig in die Arme genommen. Seine Hand fuhr über den Stoff der Bluse, suchte die kleinen Brüste. Feuersglut. Zum Verbrennen. Er wollte die Haut ihrer Brüste fühlen. Glitt unter den Stoff. Sanfte Hügel, am Brennen. Hart Spitzen, seine Zunge schmeckte den herrlichen Geschmack, Himbeere, rosa, Zimt, hellbraun. Und so prall, nachgiebig fest. Ihre Hand nestelte an seiner Hose. Befreie mich, hole ihn raus aus dem Gefängnis, echote es in seinem aufgewühlten Innern. Ließ seine Hand über ihren Bauch gleiten, vorsichtiges Vortasten zum Raum zwischen ihren Schenkeln. Fuhr über ihren warmen Pelz. Aufgeregt unterdrückte er die Gier. Sanft umkreiste er den Ort der Lust, näherte sich qualvoll langsam, öffnete mit den Fingern vorsichtig einen Spalt, drang behutsam in ihn ein. Ihre Möse war groß und fleischig, heiß und feucht. Er spürte und wollte es sehen, wollte schmecken. Zog sie aus, fuhr ihr zwischen die Schenkel, öffnete mit der Zunge ihre Muschel, schlürfte den köstlichen Austernsaft, schleckte an der Perle, spürte Sybilles sanftes Wiegen, vernahm leises Stöhnen, genoß ihre Lust bis zur Erschöpfung.
Sie erfrischten sich mit Wein. Betrachteten ihre schweißig dampfenden Körper. Fröstelten. Oder war es vibrierendes Verlangen? Fielen übereinander her, konnten nicht mehr, so kraftlos beide. Lachten darüber. Nahmen sich tröstend in die Arme. Spürten erneute Lust, lachten. Ließen voneinander ab, tranken einen Schluck Wein, steckten sich Zigaretten an, rauchten, schwiegen.
Betrachteten sich in der Dunkelheit und in den kurzen Momenten des Aufleuchtens der Glut beim Ziehen an der Zigarette.
Die Klingel. Endlich. Sehnsüchtig erwartet. Sybille. Auf dem Wege zu ihrem Mund durch die Wolke ihres Duftes. Ihre Arme um ihre Körper, Berührungen. Schenkel, Rücken, Busen. Wie herrlich ihr Haar riecht. Wiedererkennen. Neues Verlangen. Verwirrung. Ihre Bluse, fast durchsichtig., ihr Rock, luftig-leicht in langen Falten, schwarze Strümpfe. Sie hat Kuchen mitgebracht. Er kocht Kaffee.
Wieder beim Wein. Plötzlich steht sie auf. Stellt sich vor ihn: Schau! Dreht sich. Ihr Rock karrussellt. Ihre Hände, sie fahren durch die Luft, beschreiben Formen. Sybille tanzt. Tanzt vor ihm. Schaut ihn an, spöttisch, verführerisch. Sucht seine Augen, sucht etwas in ihnen, wendet sich wieder ab, konzentriert sich, verliert ihn, dreht sich, tanzt auf der Stelle. Ihre Hände streichen über ihren Körper. Lustvoll umkreisen sie die Brüste, öffnen Knöpfe, fahren die Schenkel hinunter, den Schritt hinauf. Er sitzt im Sessel, die Jeans längst zu eng. Seine Hände fingern an den Knöpfen. Ihre Bluse landet auf dem Boden, eine Brust hebt sie sacht aus dem Körbchen, die zweite. Dazwischen Drehungen. der schwarze Büstenhalter fällt. Fasziniert starrt er auf Sybille. Ihr Rock, ganz langsam gleitet er nach unten. Auch der Hauch von Slip. Nur noch schwarze Strümpfe und schwarze Haare, dazwischen weiße Haut. Sybille kommt im Rhythmus nur von ihr gehörter Musik näher. Mit jedem Tanzschritt ihre Schenkel weiter öffnend. Näher, ihr schwarzes Fließ, näher. Näher zu seinem Gesicht. Er kann schon ihren Duft riechen. Noch näher. Sie wirft ihren Kopf zurück, lacht, blickt ihn an. Wildheit in ihrem Ausdruck. Noch näher. Dann ergreifen ihre Hände seinen Kopf, drücken seinen Mund an ihre Muschel. "Küß mich!"

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