Tagelöhner

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A. David

Wenn James mitkriegt, dass ich schwanger bin, wird er in seinem versoffenen Kopf 2 und 2 zusammenzählen können. Er wird uns beide umbringen. Wieviel hast du gespart?“

„Gar nichts“ log er, „was soll ich von dem kargen Lohn denn noch beiseitelegen?“

Marie zog ihren Rock hoch und ihre Unterwäsche wurde sichtbar. „Wenn du jemals deinen Schwanz wieder da rein stecken möchtest, dann nimmst du jetzt deinen Brustbeutel und gibst mir deine Ersparnisse. Ich habe von einem Arzt gehört, der diskret hilft, aber nur gegen Bares. Er verlangt 12 Pfund.“

Jeff dachte nach. Vor James hatte er keine Angst, aber wer weiß, wozu er im Rausch fähig war. Und wenn er an Maries rasierte Spalte dachte, kribbelte es schon wieder in ihm. Er zog seinen Brustbeutel hervor und öffnete ihn. Er entleerte ihn vor Maries Augen. Es befanden sich 4 Pfund und 30 Pence darin. Seine gesamten Ersparnisse. Er gab sie Marie. „Das ist alles, was ich habe.“

„Ich habe auch etwas gespart, wovon James nichts weiß. Ich werde ihm sagen, dass wir Lebensmittel brauchen und er mir für Kleidung auch noch etwas Geld geben muss. Dann wird es irgendwie reichen.“

Am nächsten Tag machte das Schiff im Hafen von Manchester fest. Hafenarbeiter löschten die Ladung. Marie hatte sich ausgehfertig gemacht. Sie verabschiedete sich kurz von ihrem Mann, dann ging sie von Bord.

Sie kehrte nie mehr zurück. Ob sie überfallen wurde, ob sich Blutungen eingestellt haben, an denen sie gestorben ist oder ob sie sich einfach davon gemacht hat, um irgendwo ein neues Leben anzufangen – es wurde nie geklärt. Vielleicht gab sie auch nur vor, schwanger zu sein. Jeff würde den Teufel tun, James danach zu fragen. Als Marie abends nicht zurückkehrte, wurde ihr Mann unruhig. Er zog los, um nach ihr zu suchen, was natürlich erfolglos war. Er entdeckte, dass sie ein paar persönliche Gegenstände mitgenommen hatte und konnte sich keinen Reim darauf machen.

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