Tanaka, der Mäzen

"Das kleine Teehaus" in Kyoto

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Tanaka, der Mäzen

Tanaka, der Mäzen

Joana Angelides

Der erste dient der Reinigung und im zweiten Klistier, der nach Lavendel duftet, träufeln sie jedes Mal aus einem Fläschchen drei Tropfen einer glasklaren Flüssigkeit.  Nach einer lauwarmen Dusche geleiten sie mich dann wieder zum Bett, da ich durch die doch sehr ausgiebigen Klistiere ein wenig weich in den Knien bin. Dort beginnen sie, nur durch ein fröhliches Geschnatter unterrochen, mich mit einem duftenden Öl einzureiben.
Ich genieße das jedes Mal. Nach einer kurzen Weile merke ich dann, dass sich mein Körper leichter und lockerer anfühlt. Ich habe den Verdacht, dass daran die drei „Zaubertropfen“ im zweiten Klistier nicht ganz unschuldig sind.
Mein Weg danach in den Massageraum nehme ich nur sehr vage wahr. Sie helfen mir auf den Massagetisch, ziehen mir den Kimono aus, legen mich sanft auf den Bauch und legen eines der Handtücher auf meinen Po. Dann verlassen sie den Raum, nicht ohne sich zu verbeugen.

Leise japanische Musik füllt den Raum und ich glaube zu sehen, wie sich Blumenranken und weiße Blüten an den Wänden emporranken. Was sich natürlich nur in meiner Fantasie abspielt.
Ich höre mehr, als ich sehe, dass sich die Türe öffnet und Tanaka den Raum betritt. Er faltet seine Hände, verbeugt sich vor mir und stellt sich neben das Bett. Seine schwarzen Augen sehen mich intensiv an.

„Hatten Sie eine gute Nacht?“, fragt seine dunkle Stimme, „haben Sie meinen Rat befolgt?“ Ich nicke, es war eine sehr intensive Nacht.
Er träufelt in seine hohle Hand ein paar Tropfen Massageöl und beginnt im Nacken und arbeitet sich langsam den Rücken nach unten, bis zu meinem Po-Ansatz. Dann wieder nach oben, wobei ich den Eindruck habe, dass er sich jeden Muskel einzeln vornimmt. Mein Körper wird weich und warm.
„Sie sind noch ein wenig verspannt! Ich werde das Nervenrad nehmen, halten Sie ein wenig den Atem an!“

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