Tanaka, der Mäzen

"Das kleine Teehaus" in Kyoto

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Tanaka, der Mäzen

Tanaka, der Mäzen

Joana Angelides


Ohja, ich kenne dieses Nervenrad, besser bekannt als Wartenbergrad. Das Rad hat kleine, sehr dünne Nadeln, die unter der Haut die Nerven anregen. Er wird nun eine Linie nach der anderen auf meinem Rücken ziehen, einem Bauern gleich, der sein Feld bestellt. Und ich werde nach einer Weile zu zittern beginnen und meine Zähne leise aufeinanderklappern, unkontrollierbar werden. Ich halte den Atem an und schließe die Augen.  Inzwischen haben die Blüten und Blätter den ganzen Raum gefüllt.
Und strecken sich zu mir. Sie öffnen ihre Blüten und Zungen kommen daraus hervor.
„Nein, oh Nein!“, flüstere ich.
Tanaka zieht seine Bahnen auf meiner Haut, und meine Nerven beginnen zu singen. Es erregt mich, die Lust beginnt in mir aufzusteigen. Doch er macht unbeirrt weiter. Manchmal verstärkt er den Druck und ich wimmere leise. Die Nadelstiche erreichen mein Hirn.
Tanaka hat das Wartenbergrad inzwischen wieder weggelegt und meinen Po mit einem Polster etwas angehoben. Ein Marderhaar-Pinsel bewegt sich zwischen meinen Po-Backen und meiner Rosette. Gleitet dann tiefer, kommt zu den Kniekehlen und meine Beine beginnen zu zucken.  Dann kniet er am Ende des Bettes und nimmt sich meine Zehen vor, massiert jeden Einzelnen! Er fixiert meine Fesseln mit dünnen Riemchen am Massagebett. Gleichzeitig veranstaltet der Pinsel auf meiner Fußsohle einen Tanz, der mich dem Wahnsinn in die Arme treibt. Ich keuche, ich winde mich, doch Tanaka hört nicht auf und massiert gleichzeitig meine Zehen und kratzt in den Zwischenräumen und an meiner Fußsohle mit seinen Nägeln. Ich werde verrückt. Er steckt mir ein weiches Hölzchen zwischen die Zähne.
Aus den Blumenranken kommen inzwischen kleine Insekten, Raupen und Dornen, die sich anschicken, mich zu umschlingen. Panik ergreift mich. Ich bin in einem leichten LSD-Rausch!

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