Tanja und die bösen Buben

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Tanja und die bösen Buben

Tanja und die bösen Buben

Peter Hu

Ich war der ungehemmten Geilheit angeklagt.
Zeugen wurden befragt.
Ramon trug vor, mich mit dem Präsidenten im Hinterzimmer verschwinden gesehen zu haben.
Tanja bestätigte seine Aussage und verschärfte die Situation noch, indem sie hinzu fügte, dass ich das Zimmer mit breitem Lächeln und durchwühltem Haar, sowie einigen Lustspuren an markanten Stellen wieder verlassen habe.
Richter Carlos war in seinem Element. Er drehte an den Klemmen.
...„Autsch“, ...aber auch eine angenehm feuchte Hitze im Schritt.
Ich trug enge, lange Jeans. Man konnte nichts sehen. Aber mein lüsterner Blick sprach Bände. Ich bin ein zartes Püppchen. Aber ich mag es hart. Das müssen die Drei schon damals in der Kneipe erkannt haben, als sie mich das erste mal ansprachen. Stand es mir denn wirklich auf die Stirn geschrieben?
Zeuge Ramon verfiel in die Anwaltsrolle und führte an, dass ich schließlich unter Druck gehandelt habe; ...“so ein bildhübsches Mädchen, fast nackt in die Situation gestoßen, ...und beinahe allein unter diesen angetrunkenen Wilden...“
„Sie hätte „Nein“ sagen können, ...sich wenigstens des Scheins halber wehren. Vor allen Dingen hätte sie sich dem Riesen nicht an den Hals werfen müssen, sobald sie erkannt hatte, dass sein Mastbaum unter vollen Segeln stand. Und wie sie den Aal des Präsidenten gemolken hat. Erst eine halbe Stunde später war der arme Mann wieder fähig, einigermaßen sortiert vor die Leute zu treten, um die Würde seines Amtes zu verkörpern. Und selbst da lächelte er noch abwesend wie ein Baby. Erst eine Rauferei mit Utte und Kutte, die ihn allzusehr deswegen aufgezogen hatten, brachte wieder den nötigen Grimm in seine Züge, welchen die ordnungsgemäße Ausübung seines Berufes erfordert“, ...trug die selbsternannte Staatsanwältin geschickt vor.

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