Kumpel ist ein Border-Collie, eine schwarzweiße Fellnase, fest davon überzeugt, dass Schafe nur auf der Welt sind, um von ihm in einen Pferch gejagt zu werden. Der Auszug von Bert, Terries Ex, hatte ihn Monate nicht richtig fressen lassen. Obwohl Bert immer mal vorbeikam, um mit ihm unterwegs zu sein, war Kumpels Stimmung gedrückt. Erst die regelmäßigen Besuche bei Lukas, einem Schäfer im Nachbarort, der ihn mit dem Hüten von Schafen beschäftigte, brachten die Wende, und sein Futter schien ihm wieder zu schmecken.
Kumpels wahrer Name schreibt sich ohne „von“, aber er stammt aus einem edlen Geschlecht mit unaussprechlich gälischen Namen. Vom Wesen her ist er gelehrig, aufmerksam und generös gegenüber Vierbeinern wie Zweibeinern und Kinder liebt er.
Nur Monsieur Durant sei Kumpel finstere Äußerungen wert, wie mich Terry warnte.
Deshalb sperrte ich Kumpel in die Gartentoilette, kaum dass ich Monsieur auf der Veranda des Gästeappartements sah. „Sorry Kumpel, ich komme so schnell es geht und dann geht’s Gassi.“
„Darf ich einen Moment ihrer Zeit beanspruchen, Herr Bender?“
„Aber sicher. Was gibt`s?“
„Herr Bender, ich möchte Ihnen als Familienmitglied von Frau Therese Walburga Amtor sagen, dass ich für das Engagement ihrer Tante dankbar bin.“
Im ersten Moment war unklar, was mich mehr verwunderte: die Tatsache, dass er alle von meiner Tante gehassten Vornamen verwendet hatte oder seine Dankbarkeitsbekundung. Wer Terry kannte, wäre niemals auf die Idee gekommen, sie Therese zu nennen oder gar Walburga.
„Oh, das ist schön, wenn es Ihnen guttut,“ murmelte ich.
Durant hob die Hand.
„Ich bin fähig, viele der im Job gesteckten Ziele zu erreichen und deshalb erfolgreich. Im Umgang mit Menschen sind meine Leistungen in vielen Situationen mangelhaft. Die Ursache ist konstruktionsbedingt.
Tante Terry
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Tante Terry
Liebe kann nicht ideal sein.
Das widerspräche ihrem Wesen.
Lucida Bonnet
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