Wir werden dir dein Königreich zurück erobern, so wie es unserer schönen Mutter zusteht.“
„Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, werden wir unseres Vaters Märchenwald bestellen. Denn wir sind seine Erben und haben nicht nur den Wald, sondern auch das Versprechen geerbt, dich zu rächen“...
Schon morgen sollst du die rechtmäßige Königin sein und auf deinem Thron sitzen“...
So sprach der Kobold Rumpel Rilz. Er rief nach seinem Lieblingswolf, ...und war alsgleich auf seinem grauen Rücken. Zwei Minuten später schon, preschte das wilde Rudel davon.
...Auf der Königsburg feierte man gerade ein rauschendes Fest, als die Kobolde ihre wilde Jagd eröffneten. Und die Wölfe stießen freudig hinzu. Da war ein lautes Jammern und Klagen unter den Schranzen. Mit solch einem Angriff hatte man nicht gerechnet.
Dinge flogen durch die Luft, ...und Torten explodierten. Bratenspieße machten sich selbständig, und Sitzmöbel bissen ihre Gäste. Selbst Kleidung konnte plötzlich ein erstaunliches Eigenleben entwickeln, wenn Koboldmagie im Spiel war.
Die Winzlinge hatte mächtigen Spaß. Und auch ihre Wölfe hatten noch eine alte Rechnung offen. Denn auch ihre Mutter war schließlich Opfer der grausamen Lustbarkeiten dieser feinen Gesellschaft geworden.
Noch bevor der Morgen graute, waren die Günstlinge aus dem Land gejagt. So mancher von ihnen, trug ein luftiges Muster im Hosenboden.
Der böse König aber, wurde direkt in den jungen Märchenwald hinein getrieben. Nun hielt seine Stieftochter Gericht.
Tatjana ließ ihm gnädig das Leben. Doch sollte er fortan als Bettler durch die Lande ziehen, und ihr Reich nie wieder betreten.
Etwas später heiratete Tatjana einen gut gebauten Handwerker, der sich mächtig über den sozialen Aufstieg freute. Er vögelte sie immer wieder gern, ...was für reichlich neue Prinzen und Prinzessinnen, ...und jede Menge neuen Märchenstoff sorgte.
Königin Tatjana regierte bis sie alt und grau war. Dann zog sie sich einen bunten Flickenmantel an, ging in den Märchenwald zurück, ...und lebte bis zum Ende ihrer Tage als gutmütige Hexe unter Wölfen und Kobolden. Und sie lebte noch ganz schön lange...
...Der böse König aber, fand sich mit seinem Bettlerdasein nicht ab. Bald fand er einen Magier, der ihn als Lehrling in die schwarze Schule aufnahm. Später soll er, wie man sich erzählte, auf den Stein der Weisen gestoßen sein. Leider hatte er die Gebrauchsanweisung nicht richtig gelesen. Gewiss, nun hatte er das ewige Leben errungen. Aber um welchen Preis?...
In seiner unendlich langen Freizeit, baute er an einem gewaltigen Turm. Was sollte er mit dieser Zeit auch anderes anfangen?
Und während dieser eintönigen Arbeit, schmiedete er einen finsteren Plan. Er wollte sich an den Kobolden, all ihren magischen Verwandten ...und der Welt im allgemeinen, für seine Vertreibung aus Macht und Luxus rächen...
...„Und auch sonst ist er ein übler Zeitgenosse, der nichts als Finsteres im Schilde führt. Besonders hübsche Mädchen wie du, sollten sich vor ihm in acht nehmen, und nicht vom festen Wege abkommen, ...mein liebes Rotkerbchen“, ...schloss die gute Hexe ihre Geschichte, bevor sie unsere Heldin auf die Wanderschaft entließ...
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