..und er zerfiel zu Staub. Mit diesem letzten Zaubertrick hatte sich der Kobold selbst in eine Wolke verwandelt, die jetzt langsam zur Erde rieselte. Der nächste Regen würde ihn endgültig mit Mutter Natur vereinen...
Tatjana wollte gerade zu weinen beginnen, als sie von einer weiteren Freudenwelle fortgetragen wurde.
Der Kobold war tot, ...gewiss. Aber sein Samen lebte. Und immer, wenn sie traurig wurde, begann sie ihn doch irgendwie in sich zu spüren. Oft war ihr, als würde eine ganze Schar von Kobolden unter ihrem Bauchnabel tanzen. Und so ganz unrecht, hatte sie mit dieser Ahnung auch nicht...
Schnell wurde es zur Gewissheit
Viele Monate mussten vergehen, bis zwölf winzige Kobolde zu voller Weisheit in ihr herangereift waren. Und wer nicht genau hinschaute, konnte die kleine Kugel kaum erkennen. Denn zu Tatjanas Freude brauchten sie nur wenig Platz. Und wenn sie nun einsam war ...und zu ihrem wölbenden Bauchnabel sprach, bekam sie immer öfter eine Antwort...
Als der Sommer sich dem Ende neigte, baute Tatjana ein lauschiges Nest. Für den Winter wollte sie gerüstet sein.
Während sie im Wald ihre Vorräte sammelte, stellte sie eines Tages verwundert fest, dass sie die Sprache der verschiedensten Tiere verstand.
Dann, sie kehrte gerade mit einem Beutel Eicheln und einer Kiepe trocknen Feuerholzes heim, lag da plötzlich diese riesige Wölfin in ihrer Höhle. Tatjana hätte beinahe vor Schreck unter sich gemacht. Doch das Tier sprach sie sehr freundlich an. Denn in Tatjanas Bauch wuchsen Waldkobolde heran. Und das spürte jedes Tier mit größter Hochachtung.
Nein, die große Graue, wollte Tatjana gewiss nicht fressen. Ganz im Gegenteil...
Es hatte sich nämlich längst im Wald herumgesprochen, dass die Prinzessin äußerst tierlieb war.
Nach dem ersten Schrecken bemerkte Tatjana das viele Blut, und schließlich auch den Armbrustbolzen, der im grauen Pelz der armen Wölfin steckte.
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