Tempelfeier

Bei den Androphoben - Teil 20

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Tempelfeier

Tempelfeier

Franck Sezelli

Lasst uns das Lob der Fruchtbarkeit singen,
wenn Priesterinnen einen Mann als Begatter bringen.

Rings um den Nintura-Tempel patroullierten Soldatinnen. Vor dem Eingang des Tempels hatte sich eine lange Schlange gebildet. Die gläubigen Frauen in weißen Gewändern wollten den feierlichen Samenempfang ihrer beiden jungen Schwestern aus Oberfrauhaus und Nophalla miterleben. Vielleicht war es bei manchen der Frauen auch gar nicht so sehr der tiefe Glaube an die Kraft und Gnade der ALLESGEBENDEN-ALLESNEHMENDEN, die sie motivierte, zu diesem feierlichen Tempeldienst zu kommen. Sondern es bestand zweifellos für sie ein starker sexueller Reiz, einen Geschlechtsakt beobachten zu dürfen. Zumal die Frauen in Montsvenus kaum Gelegenheit hatten, mal einen Mann zu sehen, noch dazu nackt und in ureigenster Aktion. Das war ihnen nur im Rahmen dieser religiösen Feiern möglich. Aber natürlich würden sie sich dies nicht selbst eingestehen, denn sie wollten sich nicht als sittenverderbt und ungläubig ansehen.
Ein weiteres Motiv war zweifellos, sich an ihre eigene Empfängnis zu erinnern, die sie seinerzeit in der natürlichen Aufregung nur wie in einem irrealen Traum erlebt hatten. Zu dem heutigen Göttinnendienst waren nur Accepi zugelassen, er war auch für Femibonistinnen nicht geeignet. Klar, die Frauen, die hier eine Paarung beobachten durften, sollten selbst schon einmal einen Mann und seinen Samen empfangen haben. Und dass eine Femibonistin da nicht zusehen durfte, wenn ihre Religion ihr verbietet, einen Phallus zu sehen, ist ja wohl klar.
Die Warteschlange vor dem Tempel wurde nicht kleiner, weil immer mehr Frauen zu dem Tempel strömten und es wegen des immer noch nicht aufgeklärten Anschlags auf einen Spermaten scharfe Kontrollen gab, die den Einlass verzögerten. Jede der festlich gekleideten Frauen wurde in einen der Tempelvorräume gebeten, wo sie sich einer Leibesvisitation durch Soldatinnen unterziehen musste.

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