The Wild One

Episode 5 aus: Die Mädchen von Schloss Ruteberg

12 25-38 Minuten 0 Kommentare
The Wild One

The Wild One

Andreas

Magda rappelte sich von der Bank auf, strich sich hektisch ihr luftiges Kleid glatt. Stefan legte den Arm um sie, redete beruhigend auf sie ein. Er zwang sie, ihn anzusehen, während er sprach:
„Magda, mach dir keine Gedanken deswegen! Du bist eine wundervolle Frau; noch dazu mit dem schönsten Hintern, den ich bisher in meinem ganzen Leben gesehen habe. Niemand erfährt von unserem kleinen Geheimnis, das schwöre ich dir! Ich mag dich sehr, sehr gerne. Sorge dich nicht…“

Seine Worte berührten sie. Magda merkte, dass er nicht log. Sie fühlte eine starke Zuneigung für diesen neuen Lehrer, die auf Gegenseitigkeit zu beruhen schien. Magda dachte an Hedwig, die davon nie erfahren durfte. Sie wusste, dass Hedwig die Männer verachtete. Der Grund lag in ihrer Biografie, an den Vorkommnissen im dritten Reich. Es war ein Nachbar, der sie bei der Gestapo anzeigte, woraufhin sie von uniformierten Polizisten in ein Arbeitslager gebracht wurde. Dort ergötzten sich SS –Männer an den Qualen, die sie den Homosexuellen zufügten. Hedwig hatte großes Glück. Ein befreundeter Anwalt verbürgte sich für sie, gab sich als ihr Bräutigam aus. Sie heirateten, wurden von da an in Ruhe gelassen. Nach dem Krieg kam die große Ernüchterung. Der Großteil dieser Männer war noch immer in Amt und Würden, konnte ungeahndet Karriere machen. Hedwig musste noch immer ihre Veranlagung verbergen, während die alten Kameraden schon wieder in hohen Ämtern saßen. Hedwigs Hass schien verständlich. Stefan Bühler war nicht in der Partei, emigrierte mit seinen Eltern in die Schweiz. Sein Vater war Sozialdemokrat und weitsichtig genug, das Deutsche Reich zu verlassen. Doch das konnten weder Magda, noch Hedwig wissen. Magda gab ihm einen Kuss, den er gerne erwiderte. Sie versprachen sich Stillschweigen, und dass sie sich Zeit lassen wollten. Dann verließen sie gemeinsam den sündigen Ort.

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