Mit den wildesten Hummeln im Bauch presste sie sich an ihn, als er seinem stählernen Pferd die Sporen gab.
Charlie, Lotte und Maggie waren heilfroh, als Käthe heranbrauste. Es blieb nicht mehr viel Zeit übrig, wenn die Mädchen rechtzeitig auf Ruteberg ankommen wollten. Käthe grinste die ganze Zeit, als sie heimwärts radelten. Charlotte gönnte es ihr von ganzem Herzen. Sie dachte an Tina, weil die sich so komisch verhielt. Seit sie Erwin mit dem Stock schlug, verhielt sie sich anders. Tina legte einen unangenehmen Kommandoton an den Tag, der auch Lotte schon aufgefallen war. Margot fand ebenfalls, dass Tina gerade ein bisschen spinnt. Charlie nahm sich vor, sie darauf anzusprechen.
Nach dem Abendessen fragte sie Tina, was denn los sein. Tina reagierte ungewohnt aggressiv.
„Was soll schon los sein, Charlie? Dir reicht es vielleicht, wenn dir ein Junge unter den Rock langt.
Bei mir ist das anders, ich will es richtig machen, verstehst du? Aber Erwin ist nicht der richtige Kerl dafür, das steht fest! Wer sich von einer Frau den Arsch verhauen lässt, kann nicht mein Mann sein.“
Charlotte fand ihre Sprüche arrogant und ungerecht Erwin gegenüber. Der Junge hatte sich entschuldigt und seine Strafe tapfer hingenommen. Wobei Charlie zugab, dass tapfer nicht ganz passend war. Aber Tina schlug auch verdammt hart zu, gab Erwin so richtig Zunder. Charlie entgegnete ihr, dass sie Tinas Sichtweise dumm fand. Tina gefiel nicht, was sie zu hören bekam.
„Das ist gemein, wie du über Erwin redest! Du hast ihm zwölf Hiebe aufgebrummt –mit voller Wucht.
Tina, denk mal nach: du hast ihm verziehen! Du kannst ihn doch jetzt nicht einfach abschießen…“
Charlotte spürte einen stechenden Schmerz, dem ein Brennen auf ihrer Wange folgte. Die Backpfeife saß, die Tina ihr verpasst hatte. Charlie sah sie entgeistert an, rieb sich dabei die feuerrote Backe.
Schmerz und Enttäuschung schafften sich in bitteren Tränen Luft, die Charlie nicht aufhalten konnte.
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