Ihr Vorschlag klang nett:
„Herr Ludwig, das ist mir wirklich sehr peinlich! Es ist aber nicht so, wie es aussah. Könnten wir das nicht unter uns regeln? Wenn Frau Doktor erfährt, dass ich die Fräuleins beobachtet habe, wird sie ja wissen wollen, was sich da zugetragen hat. Das wäre ja für alle Beteiligten sehr unangenehm. Ich weiß ja, dass ich bestraft werden muss. Wie wäre es, wenn sie mich verhauen? Bitte, sagen sie Ja!“
Herr Ludwig setzte sich erst einmal hin. Diese Göre hatte es wirklich faustdick hinter den Ohren!
Aber sie hatte auch Recht, was die Lehrerinnen betraf. Die Direktorin konnte kaum gutheißen, dass sich die Frauen derart die Freizeit vertrieben. Eine Strafe brauchte die Kleine aber auch, damit sie nicht wieder auf solche Ideen kam. Herr Ludwig mochte die Mädchen, fühlte sich für sie verantwortlich. Käthe fiel oft unangenehm auf, weshalb ein neuerlicher Regelverstoß gar nicht gut ankäme. Der zuverlässige Mann musste sich seiner Pflicht stellen. Hermann Ludwig tat dies auch.
„Also gut, Käthchen! Ich sehe davon ab, der Internatsleitung deine unpassende Neugier anzuzeigen.
Eine Strafe ist dennoch nötig, das scheinst du ja selbst einzusehen. Du schlägst mir also vor, dass ich das in die Hand nehme. Wenn du es unbedingt so haben willst, dann sollst du halt deinen Willen bekommen. Ich werde dich übers Knie legen, Fräulein. Dreh mal den Schlüssel um, ich habe keine Lust, dass irgendwer reinplatzt. Überraschungen hatte ich heute wirklich schon genug…“
Käthe griente verschmitzt, als sie die Türe abschloss. Sie sorgte sich nicht allzu sehr, soweit es diese Stippvisite über Herrn Ludwig Knie betraf. Ihre Tage waren ausgeblieben, so dass ihr auch in dieser Hinsicht keinerlei Peinlichkeit drohte. Es gab keine Binde, die den männlichen Blick auf ihren Popo trüben konnte. Hermann war zudem noch richtig jung, maximal Anfang Dreißig. Käthe glaubte auch nicht, dass er sie allzu streng durchhaute.
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