Theaterlust

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Theaterlust

Theaterlust

Alice Chablis

Die Hitze im Theater steigerte sich merklich. Warum hatte sich Julius von seiner Frau auch nur überreden lassen, bei einer Außentemperatur von fast 40 Grad mitzukommen? Abonnement hin oder her. Auf diese Temperaturen war man in Deutschland nicht eingestellt, und auch wenn das Theater wohl über eine Klimaanlage verfügte, so hielt sie diesen Temperaturen nicht stand. Die Damen fächerten sich mit den Programmheften Luft zu, während die Herren mit spitzen Zeigefingern ihre Hemden lupften, um sich Erleichterung zu verschaffen. Doch jegliche Versuche, der Hitze zu trotzen, waren vergebens, schon bald klebte Julius’ Hemd am Rücken, dabei hatte die Vorstellung noch nicht einmal begonnen. Im Halbdunkel des Zuschauerraums ließ er seinen Blick über seine Sitznachbarin zu seiner Rechten gleiten. Auch auf ihrer Stirn bildeten sich langsam kleine Schweißperlen. Sein Blick wanderte weiter nach unten. Sie trug ein enges rotes Kleid. So kurz, dass es die Hälfte ihrer Oberschenkel preisgab.
‚Sexy‘, dachte er. So sollte sich eine Frau kleiden, während seine Ehefrau zu seiner Linken … Nun ja, sie trug einen dunklen Rock aus Seide. Oder Polyester, zumindest glänzte er. Schwarz oder blau. Oder war er dunkelgrün? Er hatte nicht so genau darauf geachtet, als sie gemeinsam das Haus verlassen hatten. Für einen kurzen Moment schämte er sich, dass er nicht recht wusste, was seine Ehefrau trug, darum blickte er zu ihr. Genau in dem Moment schob sie ihren Rock, der übrigens tatsächlich schwarz war, hoch, weit bis über die Knie, und gab damit noch mehr Haut frei als die Dame im roten Kleid. Sein Blick blieb auf ihren langen, schmalen Beinen haften. Trotz des dämmrigen Lichts erkannte er, dass sie bereits eine leichte Sommerbräune hatte. Wie gern hatte er sie früher beobachtet, wenn sie in kurzen Shorts auf dem Sofa saß und ihre sonnengebräunten Beine ausstreckte.

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