Ich blätterte die Seiten einer „Geh-Schule zum anderen Gehen“ lustlos durch und überlegte fieberhaft, wie ich es anstellen könnte. Vielleicht hinter sie treten? Dazu müsste ich aufstehen. Ich könnte ja einfach das Buch wieder ins Regal in ihrem Rücken stellen. Ich tat es tatsächlich. So war ich schon einmal in der richtigen Position. Beim Hantieren auf dem Schreibtisch wischte sie mit dem Arm einen Kugelschreiber von der Platte. Höflich wie ich bin, bückte ich mich flink, um ihn aufzuheben. Meinen Hexenschuss hatte ich diesem Moment völlig vergessen. Solche Bewegungen sind doch schuld, dass es einem ins Kreuz fährt. Auch sie beugte sich in Gedanken versunken, eher mechanisch nach unten – und schon berührten wir uns und kamen uns mit den Gesichtern ganz nahe. Erst stutzen wir beide. Sie lächelte und sagte einfach „Na so was“. Und jetzt, wie weiter?
Sie setzte sich wieder aufrecht hin. Ich blieb neben ihr stehen und trat langsam hinter sie. Herrlich diese Aussicht auf den langen, schlanken Hals, den durchtrainierten Oberkörper, die freien Hautpartien oberhalb ihres T-Shirts. Ich nahm allen Mut zusammen und berührte vorsichtig ihre Schultern. Wie sie reagieren würde? Zunächst schien sie nichts zu bemerken, war in ihr Tippen vertieft. Ich bin begann sachte an der Schulter entlang zu streichen, mit etwas mehr Druck und aller Sensibilität in den Fingerkuppen. Ich war so in meine Finger vertieft, dass ich erst nach einigen Augenblicken bemerkte, dass Ulla Braunwart sich zu mir umgedreht hatter. „Was wird das hier?“ fragte sie. „Ich weiß nicht. Ich weiß noch nicht“, gab ich unschuldig zur Antwort. „Ich bin hier bei der Arbeit. Da gibt es Regeln.“ „Schon klar“, murmelte ich schon fast entmutigt. „Wenn uns jemand so sieht?“ „Wer denn, dein Mann ist auf Geschäftsreise und ich bin der letzte Termin, hast du vorhin gesagt“. „Du Schelm, was hast du vor?“. „Ich weiß noch nicht. Das hängt ganz von dir ab“.
Therapie
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