Einige Augenblicke Pause. Wohin mochte sich das alles entwickeln?
Ich hatte die Hand nicht zurückgezogen und meine Finger wanderten einfach weiter hin und her über die freie Haut. „Das fühlt sich gar nicht so übel an“, sagte Ulla Braunwart nach einer Weile. „Das freut mich. Eigentlich könnten meine Finger dich auch an anderen Stellen besuchen kommen“. „Jetzt aber mal langsam, du Draufgänger“, sagte Ulla und erhob zwinkernd den Zeigefinger. Beim Du waren wir schon einmal.
„Weißt du eigentlich, was für einen tollen Körper du hast?“ „Schon, ich tu ja auch was dafür“. „Das sieht man. Du glaubst gar nicht, wie lange mich dieser Body schon verrückt mach?“ Ich erzählte die Episode vom Kulissenabbau. „Danke für das Kompliment. Dann ist es dich wohl immer hart angekommen, diesem Körper so nahe zu sein und nicht zugreifen zu dürfen“. „Das kannst du laut sagen“, antwortete ich mehr geseufzt als gesprochen. „Und was machen wir da?“ fragte sie. Nun hatte Ulla sich samt Bürostuhl umgedreht und schaute zu mir auf. Sie schaute mich mit ihren tiefblauen Augen an. „Du bist auch nicht von schlechten Eltern“. Sie streifte mit dem Finger über meine Vorderseite. „Das ist mir gleich aufgefallen, aber schließlich heißt mich mein professioneller Blick, mich auf deine Problemzonen zu konzentrieren und deine Symptome zu behandeln.“
„Und wenn das auch eine Art Leiden ist, so nahe zu sein und doch auf Abstand bleiben zu müssen?!“. „Hmmh“, was könnten wir dagegen unternehmen?“ „Du bist die Therapeutin, ich bin nur leidender Patient“. Den künstlichen Blick nahm sie mir nicht ab. Ihre Hand war auf meinem Bauch liegen geblieben, wanderte nach oben bis zu meinen Nippeln, die mich bei jeder Berührung zusammenzucken ließen. Dann strich sie nach unten, dem Gürtel entlang. Schon eine reizvolle Konstellation: Ich stehe vor ihr, sie sitzt auf Höhe meines Bauches auf dem Stuhl, mit dem sie sich hin und her dreht.
Therapie
35 5-9 Minuten 0 Kommentare
Therapie
Zugriffe gesamt: 10438
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.