Tiefen und Höhen

Josie

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Tiefen und Höhen

Tiefen und Höhen

Gero Hard

Ich werde mir wohl eine Wohnung mieten und dann langsam alt werden.“ 
„Wenn du die freie Wahl hättest, was wäre dir lieber: Ein Haus im Grünen oder in der Stadt, oder eine Wohnung.“
„Darüber habe ich nie wirklich nachgedacht. Auf jeden Fall darf das nicht so weit weg von hier sein.“
„Du hast Angst vorm Alleinsein, oder?“
„Und wie!“, atmete sie tief ein.
„Das brauchst du nicht! Wir werden immer für dich da sein. Ich frage deshalb, weil ich die Wohnung in Monaco verkaufen werde. Josie will sie nicht, fühlt sich dort auch nicht wohl und wenn ich ehrlich bin, nutzen wir die Wohnung viel zu wenig. Sie hat mir klar gesagt, dass sie da nicht wieder hin möchte. 
Ich würde das Geld aus dem Verkauf gerne hier in Berlin anlegen. Einen Teil davon für dich, damit du für die Zukunft abgesichert bist. Das bin ich dir schuldig.“
„Ich brauch doch nicht viel, möchte nur Falk und eure Kinder aufwachsen sehen. Und ich wäre gern die liebe ‚Oma‘ für die Kinder. Die, die man darum bittet aufzupassen, wenn ihr mal was vorhabt.“
„Aber Franzi, das bist du doch sowieso für uns! Aus den Augen, aus dem Sinn - das gibt es bei mir nicht! Nicht nach allem, was du für mich getan hast! Und Josie mag dich wie eine Mutter. Wahrscheinlich hätte ich den größten Streit mit ihr, wenn ich dich fallenlassen würde. Was hältst du davon, wenn ich an die Villa eine abgeschlossene Wohnung für dich anbaue, oder noch besser, ein kleines Häuschen dicht am See. Dann hättest du dein eigenes Reich und deine Ruhe, könntest aber immer bei uns sein, wenn dir danach der Sinn steht. Kannst auch jederzeit Pool und Sauna nutzen, mit uns Bootstouren machen. Wie wäre das?“
„Das klingt traumhaft! Aber ich möchte euch keinesfalls zur Last fallen.“
„Das tust du nicht, keine Sorge!“
Chris küsste seine Ersatzmama auf die Stirn und rieb ihr beruhigend die Oberarme.
„Du gehörst doch zur Familie, Franziska. Du wirst hier immer einen Platz haben, das verspreche ich dir, auch im Namen von Josie. Und du kleiner Mann räumst jetzt zusammen und dann geht’s ab ins Bett.“

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