Tiefen und Höhen

Josie

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Tiefen und Höhen

Tiefen und Höhen

Gero Hard

Wollte alles über die Bande, den Club und über Ela wissen. Wie sie so war, bevor sie den Machenschaften zum Opfer fiel, ob sie vorher schon psychisch angeschlagen war, stellte Fragen zu ihrem Selbstbewusstsein und auch zu der Befreiungsaktion. Aber am meisten interessierten sie die Verletzungen, die Art der Folter.
Freya riss erschrocken die Augen auf, als ich von den unzähligen Brandwunden auf ihrem Oberkörper berichtete, von der abgetrennten, halben Brustwarze und von der Sektflasche, die man ihr mit Wucht in die Möse gerammt hatte.
Freya wurde weiß im Gesicht. Es hatte ihr die Sprache verschlagen. „Wie kann man Menschen so etwas antun und dabei Lust empfinden?“, sinnierte sie vor sich hin.
„Verstehe ich auch nicht.“, antwortete ich, obwohl ich nicht direkt gemeint war.
„Das ist ja fürchterlich, grausam, wenn ich mir vorstelle … oh mein Gott, was geht in solchen Köpfen vor? Ich kann verstehen, was jetzt in dir los ist. Wie soll ich denn dabei noch professionell bleiben? Allein vom Zuhören tun mir schon die Brüste und die Mumu weh!“
„Du hast sie ja erlebt, als du sie dir im Krankenhaus angesehen hast, man hat ihr die Seele geraubt. Zuletzt war sie nur noch eine Hülle, hatte kaum noch was Menschliches an sich. Heute Morgen, die riesige Blutlache, die Tablettenschachteln…, wie sie dalag, so entwürdigend, erniedrigend, blutleer, vollgepisst und mit voller Hose, ihre Augen, leblos, dunkel und leer. Davon träume ich bestimmt heute Nacht!“
„Vielleicht müssen wir uns gegenseitig therapieren, Josie! Das wäre auch für mich das erste Mal. Normalerweise bin ich immer der Profi und weiß, was ich sagen muss. Aber in diesem Fall wird es mir schwerfallen. Weil ich auch eine Frau bin, auch Brüste habe und ein Loch, in das man was reinstecken kann. Mir wird grad schlecht, Josie. Und wenn wir das zusammen aufarbeiten, wärst du für das Experiment offen?“
„Ja, auf jeden Fall! Du bist und bleibst der Profi!

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