Timo - Kapitel 11

Das Polarlicht

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Timo - Kapitel 11

Timo - Kapitel 11

Gero Hard

Samstag – meine Laune ist nicht besonders gut. Der nahende Abschied zieht mich ziemlich runter. Auch, wenn Julia sich die allergrößte Mühe gibt mich aufzumuntern, will es nicht wirklich gelingen. Wirklich begeisterungsfähig bin ich nicht. Heute hat es uns in ein Wellnessbad getrieben. Die Kinder kommen kaum aus dem Wasser, so toll finden sie das Erlebnis. Mittendrin meine Julia mit ihrem neuen Bikini, dem teuren mit den Bändchen.

Heute, am Wochenende, sieht man überall Familien mit ihren Kindern oder junge Pärchen, die verliebt auf herumstehenden Wellnessliegen miteinander schmusen.

Auf so eine habe ich mich auch zurückgezogen und beobachte meine Familie beim Toben im Wasser. Natürlich entgeht mir nicht, dass Julchen von diversen Herren angegafft wird. Kein Wunder, sie ist eine echte Augenweide.

Einer hat sich sogar neben sie gestellt und seinen Arm dreist um ihre Hüfte gelegt, nachdem er mit seiner Hand über eine ihrer Arschbacken gefahren war. Erst passiert nichts. Vielleicht, weil sie dachte, ich könnte es gewesen sein, der sich angeschlichen und sie umarmt hat.

Ich habe mich schon aufgesetzt und bin auf dem Sprung mich einzumischen, aber in dem Augenblick, als sie ihren Irrtum erkennt, kriegt der aufdringliche Adam eine Kelle gepfeffert, dass es mir allein vom Hinsehen schon weh tut.Überall im Bad hängen nicht umsonst Plakate mit Bade- und Benimmregeln, dass niemand angetatscht oder sexuell belästigt werden darf. In Zeiten von ‚me too‘, in denen ein ‚Nein‘ eben auch ‚Nein‘ bedeutet, mehr als nur richtig und wichtig. Nicht jede leichtbekleidete Frau, egal welchen Alters, ist automatisch Freiwild, bloß weil sie vielleicht ein bisschen zu viel Haut zeigt.

Ich zitiere Julias Worte: „… an diesen Hintern kommt nur Wasser und Seife.“ Und damit hat sie sehr recht. Naja, seit Neustem darf auch meine Hand dahin. Aber eben nur meine und nicht die, eines Möchtegern-Schönlings, der meint, er könne sich alles erlauben. Ansehen, ja, das wäre für mich noch ok gewesen. Machen doch alle in einem Schwimmbad. Anfassen? Einfach so, ungefragt? Geht gar nicht, in keinem Fall, ohne Ausnahme! Das hat wohl auch der Bademeister so gesehen, der die Situation ebenfalls beobachtet haben musste, denn in wenigen Augenblicken hat er mit seinen Kollegen den Grapscher an die frische Luft befördert. Tja, ich hoffe für ihn, dass der kurze Augenblick, in dem er den festen Arsch meiner Freundin in der Hand halten durfte, ihn für das anschließende Hausverbot ausreichend entschädigt hat.

Trotz des kleinen Zwischenfalls ist es ein schöner Tag geworden. Zumindest für meine Familie, die den Spaß sichtlich genossen hat. Ich habe zwischen den Schwimm- und Bespaßungseinlagen einige Seites meine Fitzek geschafft, wenigstens etwas. Leider fliegt dadurch die Zeit an mir vorbei und ohne, dass ich es besonders gemerkt hätte, ist es Abend. Zum Abschluss noch ein paar Pommes mit Currywurst, bis es endgültig Zeit zum Aufbrechen ist. Schon im Auto fallen den Kindern die Augen zu, so sehr haben sie sich ausgepowert.

„Warum bist du so traurig, den ganzen Tag schon, mein Liebling?“ Julia hat sich in meine Arme gedrückt und sieht mich mit traurigen Augen an.

„Weil ich morgen Mittag weg bin und euch für eine ganze Woche allein lassen muss. Und es ist das erste Mal.“

„Ja, aber es ist doch nur für eine Woche, dann hast du uns wieder eine ganze Woche bei dir. Und ich verspreche dir, die Kinder und ich werden nächsten Sonntag auf jeden Fall hier sein und auf dich warten“, sagt sie.

„Ich weiß mein Schatz und darauf freue ich mich jetzt schon. Bist du sehr böse, wenn wir heute nicht mehr miteinander schlafen, ich bin echt nicht in Stimmung.“ 

„Nein Timo, ist völlig in Ordnung. Mir ist auch nicht danach. Aber kuscheln darf ich oder?“

„Darauf bestehe ich sogar.“

„Und wieso morgen Mittag schon?“

„Weil ich jetzt drei Wochen nicht da war. Ich muss alles wieder einräumen, die Dienstpläne und die Teamplanung checken und dann geht’s auch schon bald los.“

„Ach so, ok. Aber hey, wir schaffen das doch, oder? Oder? Timo, wir schaffen das doch? Sag mir jetzt bitte nicht, 

dass das alles nur ein dummer Irrtum war und alles vorbei ist. Bitte nicht!“

„Oh Gott nein, mein Engel! Wie kannst du das denken? Ihr seid mein neuer Lebensinhalt geworden. Niemals könnte ich

es übers Herz bringen. Ich liebe euch über alles, da musst du dir keine Sorgen machen, ganz bestimmt.“

„Dann bin ich beruhigt, das würde ich auch nicht aushalten.“

Mein Liebling und ich liegen dicht voreinander, streicheln und küssen uns. Niemals könnte ich diese Frau gehen lassen und die Kinder auch nicht. Niemals wieder würde ich auf ihre Nähe verzichten können und wollen schon gar nicht.

Wir sind untrennbar miteinander verbunden. Ich bin ihr verfallen und sie mir. Mit Haut und Haaren, bedingungslos.

Es ist unser letzter Abend in dieser Woche, in diesem Urlaub. Wir liegen im Bett, nackt, eng beieinander und doch werden wir keinen Sex haben. Ich streiche über ihre Haut, sehe die Gänsehaut, die sich auf ihrem Busen bildet. Sie würde sich mir hingeben, wenn ich es denn wollte. Und ich würde von ihrem Körper Besitz ergreifen. Ihre Liebeslippen spalten und sie so lange vögeln, bis es uns beiden mit einem rauschenden Höhepunkt den Verstand rauben würde. Aber erstens möchte ich den Abend nicht so ausklingen lassen und zweitens verhüten wir noch nicht. Der Termin für das Einsetzen der Kupferspirale ist erst nächste Woche.

Ab nächstem Wochenende darf dann scharf geschossen werden. Dann werde ich ihre Blüte mit meinen Lippen liebkosen, mit meiner Zunge ihren Nektar trinken und sie zu einem ersten Orgasmus lecken. Ich sehe sie schon vor mir liegen, sich selbst die Knospen ziehend, ihre Fingernägel tief in das weiche Fleisch ihrer Brust grabend, feucht und erwartungsvoll. Ich höre sie schon stöhnen, wenn sie es nicht mehr erwarten kann, bis ich meine Finger in ihr warmes Kleinod vergrabe. Weit werde ich ihre Labien auseinanderziehen und meine Zunge tief in ihre Höhle schieben. Mit zwei Fingern werde ich sie reiben und mein Daumen wird ihre Perle finden, während meine Zunge immer neue Feuchtigkeit aufträgt. Ich höre sie laut in ein Kissen schreien, wenn ihr der Orgasmus für einen kurzen Moment die Sinne schwinden und ihr Herz rasen lässt.

Und ich werde einen Steifen haben, der nur darauf wartet, sie zu vögeln. Er wird geduldig warten müssen, bis mein Gesicht ihre Vulva freigibt und ihre Reizschwelle ein wenig gefallen ist. Ich weiß, sie wird kurz zucken, wenn ich mit meiner Eichel ihren Kitzler betupfe, mich langsam nach unten drücke und sie vollständig öffnen werde. Meine Knollen werden durch die Enthaltsamkeit der Woche geschwollen sein. Prallvoll werden sie sein, bis zum Rand, mit lebenspendendem Erbgut. Meine Erregung wird schnell ansteigen und ich werde mich schnell in sie ergießen.

Und ich werde nach einer kurzen Pause wieder bereit für sie sein, um ein zweites Mal zwischen ihre Schleimhäute zu fahren.

Dann aber wird es dauern, bis ich wieder kommen kann. Ich freue mich schon darauf, sie dann mit meinem Schwanz an den Rand des Wahnsinns zu katapultieren. Wir werden verschwitzt sein und kurzatmig. Wie immer, wenn wir so intensiv gefickt haben.

Aber beim zweiten Mal möchte ich ihren Bauch nicht mehr fluten. Ich möchte, dass sie mich trinkt, wie sie es so gern hat. Oder ich möchte ihre Brüste besudeln und es liebevoll mit meinen Händen in ihre weiche Haut einmassieren. Sie mag das, ich weiß es genau.

Doch jetzt geht das nicht. Fast tut Julia mir ein wenig leid. Sie würde bestimmt gern von mir gefickt werden wollen, aber wir haben eine Übereinkunft geschlossen. Gerade eben erst.

Die Stimmung ist etwas getrübt. Aber die Aussicht auf eine neue, gemeinsame Woche, hellt meine Laune etwas auf.

Julchen bekommt einen dicken Kuss und eine feste Umarmung, bis wir in unser Ritual verfallen und uns eng aneinander gekuschelt, in Löffelchenstellung, ich mit ihrem Busen in meinen Händen, langsam einschlummern.

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Am Morgen sehe ich dann tatsächlich eine Träne in Julias Augen, die sie sich heimlich wegwischt. Es geht ihr also auch näher, als sie zugeben mag, nur um mich nicht noch deprimierter zu machen. Zusammen packen wir die Tasche fertig. Zwischendurch können wir die Finger nicht voneinander lassen und fallen zusammen zum Schmusen aufs Bett. Es gibt jede Menge Streicheleinheiten, Küsse, Umarmungen, aber einen geilen Fick, den gibt es nicht. Nicht nur wegen der Kinder, die jeden Augenblick ins Zimmer kommen könnten, sondern auch, weil es uns das ‚Danach‘ wahrscheinlich nur weiter runtergezogen hätte.

Natürlich hätten wir damit umgehen können, schließlich schaffen das tausende Pärchen jeden Tag, überall auf der Welt. Und hey, wir reden nur über eine verdammte Woche und nicht über ein ganzes Auslandsjahr. Aber es in nun mal unser erster Abschied und unsere Beziehung ist noch sehr frisch. Bestimmt wird es bald besser. Vielleicht schon beim nächsten Mal, in zwei Wochen, wer weiß.

„Ich liebe dich“, flüstert mein Julchen, „das darfst du niemals vergessen.“ Ich weiß, dass das stimmt, was sie sagt. Und nicht nur, um mich zu beruhigen. Das braucht sie auch nicht. Sie ist anders als Sandra. Julia wird mich nicht betrügen, das weiß ich ganz genau. Es gibt nicht den kleinsten Grund zum eifersüchtig sein und das bin auch nicht.Mein Gott, Sandra, wie hat mich diese Frau enttäuscht. Aber vielleicht trifft es ja zu, dass man solch schöne Frauen niemals für sich alleine hat. So geht es wohl auch den Frauen, die das Glück hatten, den heißen, schlecht rasierten Typen mit dem dreieckigen Oberkörper und dem Waschbrettbauch aus der Coca-Cola-Werbung abzubekommen. Es ist ein ständiger Kampf, sich gegen die lauernde Konkurrenz zu behaupten.

Na ja, ganz so war es bei Sandra und mir nicht. Und dennoch habe ich sie gewonnen und gleich wieder verloren. Es wird dauern, bis ich die Bilder von ihr und Franjo aus dem Kopf bekommen haben werde.

Sandra war schön und jung, hatte sich selbst wohl noch nicht gefunden, wo sie im Leben stehen wollte. Gut möglich, dass es ihrer besonderen Situation mit der Schwangerschaft geschuldet war.

Wie dem auch sei, nach ein paar Tagen Abstand, wünsche ich ihr wirklich alles Gute. Und vor allem viel Glück in ihrer Beziehung zu Franjo. Vielleicht schafft es das kleine Mädchen, dass sie austrägt, aus den Dreien eine glückliche Familie zu machen.

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