Ihren Haustürschlüssel lege ich Ihnen hier hin. Gute Besserung.“
Sandra und ihr Kollege tippen sich kurz an die Mütze und sind auch schon verschwunden. Ich will auch gerade gehen, als mich Julia am Ärmel zurückhält.
„Herr Schüttler, ich danke ihnen so sehr. Ich bemühe mich bald hier raus zu kommen, dann nehme ich ihnen die Kleinen wieder ab.“
„Frau Berger… erstens nennen Sie mich bitte Timo, ich mag das lieber. Und zweitens, werden Sie erstmal wieder richtig gesund. Emma und Peter fühlen sich bei mir total wohl. Und jetzt ruhen Sie sich bitte aus, dann ist es schnell wieder besser. Und morgen kommen wir Sie wieder besuchen.“
„Julia.“ flüstert sie schwach.
„Wie bitte?“
„Wenn ich Sie Timo nennen soll, dann bin ich für Sie bitte Julia, ok?“
„Prima Julia, machen Sie sich keine Sorgen um die Zwerge. Alles wird gut.“
„Danke sehr.“
„Nichts zu danken. Und ihr zwei sagt jetzt brav auf Wiedersehen und dann gehen wir noch etwas schwimmen ok?“
Beide krabbeln kurz auf den Bettrand und geben ihrer Oma ein Küsschen auf die Wange. Julia sieht uns nach bis wir an der Tür sind. Die Erleichterung, dass es ihren Kindern gut geht, lässt sie entspannen. Sie ist eingeschlafen, bevor wir das Zimmer verlassen haben. Ich riskiere einen letzten Blick auf die Apparate. Gleichbleibender Herzrhythmus, keine Extrasystolen und einen Puls von 63. Perfekt, ich bin beruhigt.
Emma und Peter halten meine Hand beim Rausgehen. Ich fühle mich wie ein Papa, der mit seinen Kindern die kranke
Mutti im Krankenhaus besucht hat. Ich ertappe mich allerdings dabei, dass mir Sandras warme Frauenhand fehlt.
Ich werde eine Entscheidung treffen müssen, wenn sie es nicht tut. So einen Abschied wie heute Morgen möchte ich
kein zweites Mal erleben.
Selbst, wenn sie Franjo in den Wind schießt, er wird immer eine Rolle in ihrem Leben spielen, schon wegen des gemeinsamen Kindes. Und dann ist da noch der große Altersunterschied von 23 Jahren.
Timo 4
schreibt franzl