„Das verstehe ich gut Sandra, glaub mir. Aber du hast doch deine Schwester.“
„Sabrina ist als Familie zu dicht dran, emotional, das hilft mir nicht.“, antwortet sie.
„Aber du kennst Julia doch gar nicht.“
„Dann komme ich heute mit in die Klinik, werde sie kennenlernen und ihr das Angebot machen, wenn ich darf.“
„Dürfen?“, frage ich ungläubig.
„Es ist dein Haus Timo, da kann ich doch nicht einfach …“
„Na na na … wir sind doch zusammen oder?“ Sie nickt „Ja aber …“
„Nichts aber … und du wohnst jetzt bei mir, oder?“ Sie nickt wieder „Ja aber …“
„Nichts aber … dann ist es jetzt dein Zuhause und dann darfst du auch selbst was entscheiden.“
Sandra beugt sich zu mir und küsst mich. Die Kinder beobachten uns genau. Ihnen entgeht nicht die kleinste Bewegung, jedes Augenzwinkern, jedes schmunzeln und jede Berührung. Beide sehen und lächeln sich an, klatschen sich mit ‚High Five‘ ab. Was hat das zu bedeuten, ich verstehe es gerade nicht. „Na weil wir hier wohnen bleiben können. Hat Tante Sandra doch gerade gesagt, oder?“, beantwortet er meinen fragenden Gesichtsausdruck.
„Ja, das hat sie.“ Sandra bringt mit ihrer Jugend eine ungewohnte Dynamik in mein Leben, die mich gleichermaßen erfreut wie erschreckt.
Plötzlich ist da jemand, der mit neuen Ideen meinem Dasein neuen Schwung gibt. Für einen Augenblick bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihre Lebhaftigkeit und Energie auf die Dauer ertragen kann. Wir kennen uns erst ein paar Tage und jetzt wohnt sie schon bei mir. Wie schon einmal überkommt mich das Gefühl, es könnte einfach zu schnell mit uns gegangen sein. Normalerweise lernen sich Paare über Monate kennen, bevor sie den Schritt wagen, den wir nach nur wenigen Tagen gewagt haben.
Was hatte sie gesagt: Franjo ist von ihr genervt? Kann es sein, dass es bei ihm gar nicht so sehr um die Häufigkeit beim Sex oder seiner Zeit vor der Playstation ging, sondern eher um die allgemeine Ruhelosigkeit Sandras?
Es wird immer spannender.
schreibt Susanna
Ich liebe Ihre Mehrteiler!