„Ist das Kind von dir Timo?“ Julias Frage überrascht mich. Sandra hatte doch vorhin schon gesagt, dass wir erst seit gestern zusammen sind. Und außerdem war sie ansatzlos zum ‚Du‘ gewechselt.
„Nein, es ist nicht von Timo. Es ist von meinem Ex-Verlobten.“, antwortet Sandra leicht bedrückt für mich.
„Und wie stehst du dazu Timo?“ Julia versucht das Gespräch von Sandra wegzuziehen und sieht mich erwartungsvoll an.
„Ich werde es wie mein Eigenes annehmen, so ist jedenfalls der Plan.“
„Hm, schwierige Sache, kannst du mir glauben. Aber sei’s drum. Ich soll bei euch wohnen, seid ihr da sicher? Ich will auf keinen Fall stören, versteht ihr?“
„Du störst nicht Julia“, gehe ich jetzt auch zum Du über, „es ist reichlich Platz. Das passt schon.“
„Ich denk drüber nach.“, nickt sie.
Dann wäre das auch besprochen. Sandra ist wieder bester Laune. Vielleicht hatte ihr ‚Hänger‘ vorhin gar nichts mit der Nachricht von Franjo zu tun, sondern war einfach ihre Angst, dass Julia sie ablehnen könnte.
Der Vormittag plätschert etwas träge vor sich hin. Nun ist ein Krankenhaus auch nicht unbedingt ein spannender Ort, an dem viele aufregende Dinge geschehen. Und so sind wir eigentlich nur noch wegen der Kinder hier, bis wir die Runde gegen Mittag auflösen.
Zu Hause angekommen geht Sandra unter die Dusche und macht sich für den Besuch bei ihrer Frauenärztin fertig.
Das Wetter ist heute auch nicht das Schönste, weswegen ich mich mit den Kindern auf einen Nachmittag im Haus einrichte. Peter baut in seinem Zimmer mit Lego und Emma beschäftigt sich mit ihrer Puppe.
Bei ihr geht es um Familie, die sich um einen kleinen Tisch bei Kaffee und Kuchen versammelt hat. Wobei der Kaffee aus Mineralwasser und der Kuchen aus Keksen besteht, die sie in der Küche stibitzt hat.
Die Kinder sind es gewohnt, sich selbst zu beschäftigen, während ich es mir auf dem Sofa mit meinem ‚Fitzek‘ gemütlich mache.
Es wird immer spannender.
schreibt Susanna
Ich liebe Ihre Mehrteiler!