„Und was willst du?“
„Ich will dich.“
„Und Franjo?“
„Er hat eine ganz liebe Nachricht geschickt. Das er mich noch liebt und wie sehr er mich vermisst. Das ist ihm erst klar geworden, seit ich weg bin. Willst du lesen?“
„Nur, wenn es für dich wirklich ok ist.“
Ich lese die Nachricht von Franjo, nachdem Sandra ihr Handy entsperrt hat und mir gegeben hat. Bei der Gelegenheit sehe ich, dass er heut schon 6 x geschrieben hat und sie ihm auch immer geantwortet hat. Aber was ich lese ist, dass sie ihn abblitzen lassen hat, jedes Mal. Seine letzte Nachricht, dass er sich mit ihr treffen will, beantwortet sie mit „auf keinen Fall, ich will dich nicht mehr sehen.“
„Sandra, du solltest ihm schreiben, dass du ein Mädchen erwartest.“
„Nix da, er will uns nicht, dann hat er eben Pech gehabt.“
„Ist das fair?“
„Timo, er hat sich gegen uns entschieden. Und nur, weil der feine Herr sich über Nacht vielleicht ein paar Gedanken gemacht hat, will er mich zurück? Weil ihn keiner bekocht oder ihm die Unterhosen nachträgt? Was, wenn ich wieder angekrochen komme, wie lange dauert es dann, bis er wieder der Alte ist? Keine Chance. Und nun wieder gut?“
„Wieder gut“, antworte ich und küsse sie liebevoll. Ich habe mir völlig grundlos Sorgen gemacht. Mein Gott, so eifersüchtig war ich doch sonst nicht.
Sandra lässt mich allein und geht zu den Kindern und verkündet auch dort die frohe Kunde. Ich höre Emma vor Freude hüpfen und lachen.
Ich klappe nachdenklich das Buch zu. Was wäre denn überhaupt, wenn sie zu Franjo zurückgehen würde. Immerhin ist
er der Vater des Kindes und außerdem in ihrem Alter. Es würde mich natürlich traurig machen, aber wir kennen uns
genaugenommen erst eine Woche und nach so kurzer Zeit wäre eine Trennung kein Weltuntergang.
Wieso mache ich mir so viele Gedanken darum, sie will ja nicht zu ihm zurück. Sogar ihr Handy liegt jetzt wieder unbeobachtet auf dem Couchtisch.
Es wird immer spannender.
schreibt Susanna
Ich liebe Ihre Mehrteiler!