Timo - Kapitel 7

Julchen

64 30-46 Minuten 0 Kommentare
Timo - Kapitel 7

Timo - Kapitel 7

Gero Hard

„Das war die Rache für den Kuss zur Begrüßung.“

„Das war keine Rache, das war ein Mordversuch. Mein Gott Timo, wo lernt man denn so unglaublich zu küssen? Jetzt kann ich Sandra verstehen.“

„Du hast damit angefangen. Aber jetzt laß uns fahren, wir haben einen Bärenhunger.“

„Ja mein Retter, bring die Beute in deine Höhle.“, lacht sie.

Selbstverständlich trage ich ihre Reisetasche. Sie sieht mich von der Seite an und lächelt, hakt sich unter meinen Arm, den ich ihr anbiete. Zusammen gehen wir aus dem Zimmer, ein letzter Blick zurück. Sie hat feuchte Augen, zu viele Erinnerungen hängen an diesem Raum. Dramatische am Anfang und schöne zum Schluß. Kurz lehnt sie ihren Kopf an meine Schulter, dann schiebe ich sie an der Hüfte hinaus auf den Krankenhausflur.

Fast verplappern sich die Kleinen auf der Rückfahrt, von wegen Überraschung und so. Über die Blumen hat sie sich schon sichtlich gefreut, was wird das erst, wenn ich ihr meinen Schlüssel für die Haustür überreiche und sie vor der selbstgemachten Girlande steht.

Überhaupt ist es die erste Situation, in der ich die Geschwister als kleine Quälgeister erlebe. Sie fragen und reden durcheinander und bombardieren ihre Omi: …geht es dir wieder richtig gut … musst du wieder ins Krankenhaus … bleiben wir jetzt immer bei Onkel Timo … wird Onkel Timo jetzt unser neuer Papa … und, und, und.

Julia behält ausgeglichen ihre stoische Ruhe. Sie sieht kurz zu mir rüber und murmelt etwas wie „lass sie“. Dabei legt sie beruhigend ihre Hand auf meinen Unterarm.

Dann dreht sie sich zu Emma und Peter um und sagt: „Nun beruhigt euch mal wieder. Mir geht es gut und wenn ihr mich nicht so dolle ärgert, bleibt das auch so. Wir können nur nicht mehr so wild toben, wie wir es sonst getan haben.

Jetzt machen wir erstmal Urlaub bei Timo und dann sehen wir weiter.“

Sie sagt das mit einer unfassbaren Ruhe in der Stimme.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 3901

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben