Kalter Schweiß stand mir auf der Stirn. Ihre Worte, so ungerecht und falsch sie waren, wurden immer lauter und waren scharf wie Messerklingen. Jeder einzelne Schnitt hinterließ eine ‚klaffende Wunde‘ in meiner Brust, traf mich in meinem Herzen und verletzte mein Ego.
Wortlos stand ich auf, ging in die Küche und holte mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Ich hoffte, damit den sperrigen Kloß aus meinem Hals zu spülen. Aber trotz der Tatsache, dass ich die halbe Flasche auf Ex gezogen hatte, war mein Mund staubtrocken.
Das Ganze dauerte einen Moment, bis ich wieder ins Wohnzimmer zurück kam, wo Julia gerade dabei war, sich auszuziehen.
„Hör auf damit!“, fuhr ich sie scharf an, „hör sofort auf. Ich will das nicht.“
„Bin ich dir etwa nicht mehr schön genug? Na klar, mit Sandra kann ich natürlich nicht mithalten.“, antwortete sie schnippisch.
Ihre Augen waren voller dicker Tränen, die auch auf ihrer weißen Bluse schon einige feuchte Flecke hinterlassen hatten.
Aber die Schärfe meiner Worte hatte sie stoppen lassen, wenigstens das hatte ich erreicht.
Bis auf zwei Knöpfe hatte sie ihre Bluse bereits geöffnet und der Rock, den sie nach dem Duschen übergezogen hatte, lag schon achtlos auf dem Fußboden.
Mein starrer Blick fesselte ihre Augen und zwangen sie mich anzusehen. Meine Fassungslosigkeit machte mich immer noch sprachlos. Ich blieb mitten im Raum stehen und auch bei mir sammelten sich Tränen tiefster Enttäuschung.
„Niemals“, flüsterte ich, „niemals hätte ich gedacht, dass du so von mir denkst.“, sagte ich dann etwas lauter und dann auch schärfer: „Mach deine Bluse wieder zu und zieh deinen Rock wieder an. Ich will keinen Sex mit dir als Lohn. Du bist mir nichts schuldig. Aber das sagte ich dir ja schon mal. Mache ich wirklich den Eindruck auf dich, dass ich deine Situation derart schamlos ausnutzen würde? Sehe ich aus, wie einer dieser Perversen, die alles vögeln, was nicht schnell genug auf den Baum kommt?“
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