„Nein, eigentlich nicht.“, flüstert sie kleinlaut, während sie die kleinen Perlmuttknöpfe ihrer Bluse wieder zu schließen begann.
„Verdammter Mist, wie kommst du denn auf sowas? Wenn es das gewesen wäre, hätte ich dich denn nicht gestern Nacht schon … na ja, die Situation ausnutzen können? Julia, es macht mich wirklich traurig, dass du dich dafür hergeben wolltest. Allein die Idee dazu, … unglaublich!
Ja es stimmt, ich habe dich angesehen. Aber doch nicht um mich an deinem Anblick aufzugeilen, sondern, weil ich dich wunderschön finde. Es tut mir leid, wenn dir das so unangenehm ist.“
Mittlerweile hatte sie alle Knöpfe wieder zu. Jetzt versuchte sie nach dem Rock zu angeln, ohne viel von sich zu zeigen.
Ich bückte mich kurz und warf den Stoff in ihren Schoß.
„Wenn es wirklich das ist, was du von mir denkst, dann wird es wohl besser sein, ihr geht morgen zurück in eure Wohnung. Ich werde dann jetzt in mein Schlafzimmer gehen, damit du dich nicht weiter bedrängt oder gar genötigt fühlen musst, mich ansehen zu müssen.“
Für mich war damit alles gesagt und meine kleine Welt ins Straucheln geraten. Schon das zweite Mal innerhalb weniger Stunden. Nach diesem Gespräch war ich mir sicher, dass unsere gemeinsame Zeit damit beendet sein musste. Und die Chance, dass aus uns ein Paar werde könnte, ging schlagartig in Rauch auf.
Schützend hatte sie den Rock über ihren Unterleib gelegt, ohne ihn anzuziehen. Ich ging ein paar Schritte in Richtung Treppe, drehte mich kurz um und sagte: „Schade, ich dachte wirklich …“
Doch dann brach ich den Satz ab, weil ich sah, dass sie mir nicht mehr zuhörte. Sie hatte ihr Gesicht in ihre Hände gelegt und weinte bitterlich in sie hinein. Gestern noch wäre ich zu ihr gegangen, hätte sie getröstet. Doch jetzt war es mir egal. Ich fühlte kein Mitleid und hatte auch nicht das Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen. Jetzt nicht mehr …
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