Timo - Kapitel 8

Julchen

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Timo - Kapitel 8

Timo - Kapitel 8

Gero Hard

Die warme Hand, die auf meiner Schulter liegt und mich zögerlich schüttelt, lässt mich aufschrecken. Wie durch dichten Nebel höre ich jemanden meinen Namen sagen:

„Timo …“ wieder ein leichtes rütteln, „Timo, bitte … ich … es tut mir doch so unendlich leid … bitte, Timo.“

Langsam erkenne ich Julias verweinte Stimme. „Was willst du denn noch. Du hast doch sehr deutlich gesagt, was du von mir hältst. Da traust du dich noch in mein Schlafzimmer? Hast du keine Angst, dass ich über dich herfallen könnte?“

Die Hand verschwindet von meiner Schulter genauso plötzlich, wie ich sie wahrgenommen hatte. „Ich … lass mich doch erklären.“

„Jetzt bin ich eh schon wach. Dann rede.“

Den bitteren Unterton in meiner Stimme muss sie gehört haben. Meine Laune wird mit ihrer nächtliche Attacke auch nicht besser. Erst ihre bittere Ansage, dann liege ich lange wach und gerade, wo ich eingeschlafen bin, was ehrlich gesagt wie eine kleine Erlösung für mich war, reißt sie mich wieder aus dem Schlaf. Na toll.

Mit einem gezielten Handgriff mache ich die Nachtbeleuchtung an. Hoffentlich bleiben die Mücken draußen.

Julia steht mit verschränkten Fingern etwa ein Meter vor meinem Bett. Ihr ganzes Gesicht ist vom vielen Weinen angeschwollen. Sie sieht schrecklich aus, kein Vergleich zu dem hübschen Gesicht, das ich so an ihr liebe.

„Kannst du bitte das Licht wieder ausmachen Timo? Ich schäme mich sonst so.“

„Weil ich dich im Nachthemd sehe?“

„Nein, das ist mir egal. Es ist wegen dem, was ich dir zu sagen habe.“

„Willst du dich zu mir legen, oder willst du sicherheitshalber da stehen bleiben? Keine Angst, ich habe noch eine Hose an.“

„Wenn ich darf, würde ich mich gern zu dir legen.“

Eigentlich bin ich hin- und hergerissen. Soll ich sie wirklich zu mir ins Bett lassen? Was, wenn sie morgen früh erst recht ausrastet und mich noch wüster beschimpft, als vorhin schon.

Ich hebe die Decke an, damit sie sieht, dass ich nicht nackt bin.

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