Timo - Kapitel 8

Julchen

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Timo - Kapitel 8

Timo - Kapitel 8

Gero Hard

Außer meinem Mann hat mich noch nie jemand so liebevoll und fürsorglich behandelt wie du. Und weil du ja weißt,

dass ich finanziell nicht so gut dastehe, hielt ich es für logisch und konsequent, dass du mit mir schlafen wollen würdest. Für mich war das die einzig sinnmachende Schlussfolgerung. Ich muss das doch irgendwie wieder gutmachen.

Aber du musst auch wissen, dass die Umarmungen von dir wie Balsam für meine Seele sind. Es tut so gut, wenn ich mich bei dir anlehnen kann. Ich fühle mich dann so geborgen und sicher.

Und es ist, als wenn mein Mann aus dem Himmel zu mir spricht, mich dazu ermutigt, eine neue Liebe zuzulassen.

Timo, wenn ich in deiner Nähe bin, passiert was in mir. Ich glaube, meine Aktion von vorhin war wie eine Schutzreaktion für mein Herz. Ich befürchte nämlich, es braucht dich, mein Herz. Ohne dich hätte es längst aufgegeben. Und was wird dann aus den Kindern?

Timo, ich habe Angst, große Angst sogar. Was, wenn ich wieder in meiner Wohnung bin, ohne deine schützenden Hände? Was, wenn ich dort mit neuem Infarkt zusammenbreche und mich niemand findet?“

Plötzlich ist sie ganz still, wie abgeschnitten ist ihr Redeschwall. Ich spüre, dass sie sich über das Gesicht wischt. Ich weiß, dass jedes Wort von ihr wahr ist. Mein Ärger ist verflogen. Aus ihrer Sicht hatte ich das noch nie betrachtet, weil ich dachte, immer das Richtige zu tun. Jetzt komme ich mir blöd vor, schäbig, sie vorhin einfach stehengelassen und sie so herablassend angesprochen zu haben.„Timo?“

„Ja Julia?“

„Kannst du mich bitte in den Arm nehmen? Ganz fest?“

Gleichzeitig drehen wir uns zueinander. Als hätten wir die Bewegungen schon oft geübt, finden unsere Arme die Lücken, durch die sie sich hindurchschieben müssen, um sich auf dem Rücken des Partners zu verschließen.

Julias Körper ist angespannt und zittert. Sie schiebt ihren Kopf in meine Halsbeuge und flüstert: „Halt mich, bitte verzeih mir.

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