Timo - Kapitel 8

Julchen

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Timo - Kapitel 8

Timo - Kapitel 8

Gero Hard

Den Salat hat sie zusammen mit dreieckig geschnittenem Toastbrot auf dem Terrassentisch abgestellt und mit einem Geschirrtusch abgedeckt. Sie denkt, ich lese und sehe nicht, dass sie mich von der Seite taxiert. Doch es fällt mir auf. Ihre Stirn hat sich in Falten gelegt und die Augen sind zu schmalen Strichen geworden.

Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken. Eine dunkle Wolke braut sich über mir zusammen und ich kann nichts dagegen tun. „Nicht jetzt, Timo“, wie drohend das klang und gleichzeitig traurig.

Fast ist es, als könnte ich den kalten Luftzug des Damoklesschwertes spüren, das bedrohlich über mir schwingt.

Sollte dort nicht besser ein Bündel Mistelzweige hängen, unter denen ich meine Julia hingebungsvoll küssen würde?

Aber die Stimmung ist alles anders als liebevoll. Das Schlimmste ist, mir will absolut nicht einfallen, was und an

welcher Stelle dieses Tages ich etwas falsch gemacht haben könnte. Heute Morgen bedankt sie sich noch mit einem Küsschen, weil ich sie die Nacht getröstet hatte und kurz danach verdunkelte sich ihre Miene zusehends. Da verstehe einer die Frauen …

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Schon wieder kann ich nicht schlafen. Der zweite Abend in Folge und wieder ist Julia schuld daran. Nicht, dass ich es ihr übel nehmen würde, aber diese Frau macht es mir auch nicht unbedingt leicht.

Gestern lag sie im Nebenzimmer und hat geweint. Und heute? Wir haben uns gestritten. Eine Unterhaltung, weit entfernt von einer sachlichen Diskussion unter Erwachsenen.

Wir hatten gegessen, es hätte alles so schön sein können. Es war so urgemütlich auf dem Rasen angerichtet, das Fleisch und die Würstchen perfekt gegrillt und lecker. Die Kinder waren gut drauf und Julia hatte sich nicht anmerken lassen, dass ein dunkler Schatten ihre Stimmung getrübt hatte.

Dann der Moment, der mir jetzt wieder und wieder durch den Kopf geht. Die Kinder lagen schon eine Weile im Bett. Vermutlich schliefen sie tief und fest. Julia hatte sich in einen der Sessel fallen lassen und sah mich mit festem Blick an. Ich hatte es mir auf der Couch gemütlich gemacht und ahnte nicht, was dann auf mich zukam:

„Timo, ich bin bereit es zu tun.“ Ich sah sie an, unwissend dessen, was sie meinte.

„Wozu bist du bereit Julia?“

„Ich werde mit dir schlafen. Das ist es doch, was du willst, oder etwa nicht?“

Mir klappte in diesem Moment der Unterkiefer nach unten. Es ist sehr selten, dass mir die Worte fehlen, aber jetzt war es soweit.

„W ... wie bitte? Was willst du? Wie kommst du denn bloß darauf?“

Mein Gesichtsausdruck musste filmreif gewesen sein. Entgeistert, erstaunt, verunsichert, enttäuscht, nicht sicher, ob ich mich nicht vielleicht doch verhört haben könnte. Ich spürte, wie meine Schultern kraftlos nach unten fielen.

„Ja denkst du denn, ich bin blöd, oder was? Du rettest mein Leben, nimmst meine Kinder bei dir auf, ganz selbstlos natürlich. Dann willst du neben mir im Bett liegen, oder war das gestern Abend etwa nicht so? Außerdem sehe ich doch, wie du mich anschmachtest, wie sich dein Blick verändert, wenn ich wenig anhabe.

Du weißt doch ganz genau, dass ich das niemals wieder mit Geld gutmachen könnte. Und was liegt näher, als die arme Witwe mit der kleinen Rente erst einzulullen und dann in sein Bett zu ziehen. Ihr Männer seid doch alle gleich. Wenn eine Frau einigermaßen aussieht, Titten und ein Loch zwischen ihren Beinen hat, dann wollt ihr Typen die doch gleich flachlegen. Du hast recht Timo. Ich habe kein Geld und es ist die einzige Sache, die ich dir anbieten kann, um meine Schuld bei dir zu bezahlen. Also … du darfst mich heute Abend vögeln so lange und oft du kannst, ich werde mich dir hingeben. Und morgen sind wir dann weg. Ich hoffe, das reicht dann als Entschädigung, ist das ok für dich?“

Ich hatte das Gefühl, unter mir würde sich ein großes Loch auftun. Eine unsichtbare Hand schnürte mir die Luft ab.

Kalter Schweiß stand mir auf der Stirn. Ihre Worte, so ungerecht und falsch sie waren, wurden immer lauter und waren scharf wie Messerklingen. Jeder einzelne Schnitt hinterließ eine ‚klaffende Wunde‘ in meiner Brust, traf mich in meinem Herzen und verletzte mein Ego.

Wortlos stand ich auf, ging in die Küche und holte mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Ich hoffte, damit den sperrigen Kloß aus meinem Hals zu spülen. Aber trotz der Tatsache, dass ich die halbe Flasche auf Ex gezogen hatte, war mein Mund staubtrocken.

Das Ganze dauerte einen Moment, bis ich wieder ins Wohnzimmer zurück kam, wo Julia gerade dabei war, sich auszuziehen.

„Hör auf damit!“, fuhr ich sie scharf an, „hör sofort auf. Ich will das nicht.“

„Bin ich dir etwa nicht mehr schön genug? Na klar, mit Sandra kann ich natürlich nicht mithalten.“, antwortete sie schnippisch.

Ihre Augen waren voller dicker Tränen, die auch auf ihrer weißen Bluse schon einige feuchte Flecke hinterlassen hatten.

Aber die Schärfe meiner Worte hatte sie stoppen lassen, wenigstens das hatte ich erreicht.

Bis auf zwei Knöpfe hatte sie ihre Bluse bereits geöffnet und der Rock, den sie nach dem Duschen übergezogen hatte, lag schon achtlos auf dem Fußboden.

Mein starrer Blick fesselte ihre Augen und zwangen sie mich anzusehen. Meine Fassungslosigkeit machte mich immer noch sprachlos. Ich blieb mitten im Raum stehen und auch bei mir sammelten sich Tränen tiefster Enttäuschung.

„Niemals“, flüsterte ich, „niemals hätte ich gedacht, dass du so von mir denkst.“, sagte ich dann etwas lauter und dann auch schärfer: „Mach deine Bluse wieder zu und zieh deinen Rock wieder an. Ich will keinen Sex mit dir als Lohn. Du bist mir nichts schuldig. Aber das sagte ich dir ja schon mal. Mache ich wirklich den Eindruck auf dich, dass ich deine Situation derart schamlos ausnutzen würde? Sehe ich aus, wie einer dieser Perversen, die alles vögeln, was nicht schnell genug auf den Baum kommt?“

„Nein, eigentlich nicht.“, flüstert sie kleinlaut, während sie die kleinen Perlmuttknöpfe ihrer Bluse wieder zu schließen begann.

„Verdammter Mist, wie kommst du denn auf sowas? Wenn es das gewesen wäre, hätte ich dich denn nicht gestern Nacht schon … na ja, die Situation ausnutzen können? Julia, es macht mich wirklich traurig, dass du dich dafür hergeben wolltest. Allein die Idee dazu, … unglaublich!

Ja es stimmt, ich habe dich angesehen. Aber doch nicht um mich an deinem Anblick aufzugeilen, sondern, weil ich dich wunderschön finde. Es tut mir leid, wenn dir das so unangenehm ist.“

Mittlerweile hatte sie alle Knöpfe wieder zu. Jetzt versuchte sie nach dem Rock zu angeln, ohne viel von sich zu zeigen.

Ich bückte mich kurz und warf den Stoff in ihren Schoß.

„Wenn es wirklich das ist, was du von mir denkst, dann wird es wohl besser sein, ihr geht morgen zurück in eure Wohnung. Ich werde dann jetzt in mein Schlafzimmer gehen, damit du dich nicht weiter bedrängt oder gar genötigt fühlen musst, mich ansehen zu müssen.“

Für mich war damit alles gesagt und meine kleine Welt ins Straucheln geraten. Schon das zweite Mal innerhalb weniger Stunden. Nach diesem Gespräch war ich mir sicher, dass unsere gemeinsame Zeit damit beendet sein musste. Und die Chance, dass aus uns ein Paar werde könnte, ging schlagartig in Rauch auf.

Schützend hatte sie den Rock über ihren Unterleib gelegt, ohne ihn anzuziehen. Ich ging ein paar Schritte in Richtung Treppe, drehte mich kurz um und sagte: „Schade, ich dachte wirklich …“

Doch dann brach ich den Satz ab, weil ich sah, dass sie mir nicht mehr zuhörte. Sie hatte ihr Gesicht in ihre Hände gelegt und weinte bitterlich in sie hinein. Gestern noch wäre ich zu ihr gegangen, hätte sie getröstet. Doch jetzt war es mir egal. Ich fühlte kein Mitleid und hatte auch nicht das Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen. Jetzt nicht mehr …

Ich hatte dann geduscht, gehofft, dadurch einen etwas klareren Kopf zu bekommen. Aber es brachte nichts. Nur das beklemmende Gefühl in meiner Brust ließ durch das warme Wasser etwas nach. Die Ratlosigkeit und die Trauer über den plötzlichen Verlust meiner Traumfrau blieb, schonungslos und schmerzhaft.

Mit genau diesem Gefühl liege ich nun hier. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich wußte doch von Anfang an, dass wir füreinander geschaffen sind, dass uns ein unsichtbares Band verbindet. Spürt sie denn nicht auch, dass hier stärkere Gefühle im Spiel sind, als wir uns eingestehen können? Fühlt sie denn nicht genau wie ich, dass es ein Fehler sein wird,

wenn wir es nicht miteinander probieren würden? Offenbar nicht, wenn sie mich für einen schwanzgesteuerten Endvierziger hält, der auf Beutefang ist, um seine unersättliche Sexgier zu stillen.

Noch nie haben mich Vorwürfe so hart, vor allem ungerechtfertigt und verletzend getroffen. Jedenfalls nicht, soweit ich mich zurückerinnern kann. Wahrscheinlich tut es deshalb so weh. Wohl auch, weil es gerade Julia ist, von der ich das in dieser Form niemals erwartet hätte.

Am liebsten hätte ich mich aufs Fahrrad gesetzt und mir die frische Nachtluft um die Nase wehen lassen. Stattdessen liege ich hier und höre zu, wie Julia ins Bad geht, eine Weile später die Toilettenspülung geht und sie danach im Gästezimmer verschwindet. Ich höre sie wimmern und schluchzen. Soll sie doch, ich bin wirklich stinksauer auf sie, fast wütend.

Das viele Grübeln hat mir Kopfschmerzen eingebracht und mich gleichzeitig etwas müde gemacht. Langsam fallen mir die Augen zu. Es muss spät sein, denn von draußen dringt auch nicht das kleinste bisschen Licht durch die schweren Vorhänge. Lauwarme Luft streicht über meinen nackten Oberkörper. Zum Zudecken ist es einfach noch zu warm.

Ich muss in einen traumlosen, aber unruhigen Schlaf gefallen sein. Die warme Hand, die auf meiner Schulter liegt und mich zögerlich schüttelt, lässt mich aufschrecken. Wie durch dichten Nebel höre ich jemanden meinen Namen sagen:

„Timo …“ wieder ein leichtes rütteln, „Timo, bitte … ich … es tut mir doch so unendlich leid … bitte, Timo.“

Langsam erkenne ich Julias verweinte Stimme. „Was willst du denn noch. Du hast doch sehr deutlich gesagt, was du von mir hältst. Da traust du dich noch in mein Schlafzimmer? Hast du keine Angst, dass ich über dich herfallen könnte?“

Die Hand verschwindet von meiner Schulter genauso plötzlich, wie ich sie wahrgenommen hatte. „Ich … lass mich doch erklären.“

„Jetzt bin ich eh schon wach. Dann rede.“

Den bitteren Unterton in meiner Stimme muss sie gehört haben. Meine Laune wird mit ihrer nächtliche Attacke auch nicht besser. Erst ihre bittere Ansage, dann liege ich lange wach und gerade, wo ich eingeschlafen bin, was ehrlich gesagt wie eine kleine Erlösung für mich war, reißt sie mich wieder aus dem Schlaf. Na toll.

Mit einem gezielten Handgriff mache ich die Nachtbeleuchtung an. Hoffentlich bleiben die Mücken draußen.

Julia steht mit verschränkten Fingern etwa ein Meter vor meinem Bett. Ihr ganzes Gesicht ist vom vielen Weinen angeschwollen. Sie sieht schrecklich aus, kein Vergleich zu dem hübschen Gesicht, das ich so an ihr liebe.

„Kannst du bitte das Licht wieder ausmachen Timo? Ich schäme mich sonst so.“

„Weil ich dich im Nachthemd sehe?“

„Nein, das ist mir egal. Es ist wegen dem, was ich dir zu sagen habe.“

„Willst du dich zu mir legen, oder willst du sicherheitshalber da stehen bleiben? Keine Angst, ich habe noch eine Hose an.“

„Wenn ich darf, würde ich mich gern zu dir legen.“

Eigentlich bin ich hin- und hergerissen. Soll ich sie wirklich zu mir ins Bett lassen? Was, wenn sie morgen früh erst recht ausrastet und mich noch wüster beschimpft, als vorhin schon.

Ich hebe die Decke an, damit sie sieht, dass ich nicht nackt bin. Langsam kommt sie auch den letzten Meter direkt neben mein Bett. Schüchtern setzt sie sich auf die Bettkante, knipst das Licht wieder aus und legt sich mit einem kleinen Sicherheitsabstand neben mich.

„Na dann mal los Julia, frei raus damit. Ich verspreche, dir nicht ins Wort zu fallen und dir nachher nicht den Kopf abzureißen. Und ich verspreche, meine Finger bei mir zu lassen und dich nicht zu berühren.“

„Es ist … verfluchte Scheisse, es tut mir leid, was ich gesagt habe. Es war dumm von mir, ich hätte es besser wissen müssen, bitte entschuldige. Es ist nur, weil … na ja, ich kenne sonst niemanden wie dich. Niemand von meinen Freunden, oder denen, die sich als solche bezeichnen würden, hätten gemacht, was du getan hast.

Alle hätten entweder keine Zeit oder keinen Platz gehabt, oder hätten hinterher die Hand aufgehalten. Dabei habe ich doch nichts. Manchmal fällt es mir schwer, das Geld für die Miete aufzubringen oder die Rechnung für die Stromnachzahlung zu begleichen. Niemand hilft mir dabei, die Kinder groß zu bekommen. Ich bekomme nur eine kleine Witwenrente und der Staat stockt mit etwas Hartz 4 auf.

In meiner Verzweiflung habe ich sogar schon mal darüber nachgedacht, anschaffen zu gehen oder Nacktbilder von mir machen zu lassen. Manchmal weiß ich nicht, wie ich das alleine schaffen soll. Die Kinder werden immer größer, ständig neue Kleidung und ihre Ansprüche steigen logischerweise auch. Ich habe regelrecht Angst vor der Zukunft, verstehst du?

Und dann kommst du wie aus dem Nichts und verlangst rein gar nichts für deine Hilfe. Das war und ist immer noch unvorstellbar für mich. Ich dachte, das kann doch alles nicht wahr sein. Das alles hier. Dein Haus, dein Garten, wie du mit den Kindern umgehst, wie du mich behandelst. Gestern Nacht … noch nie ist jemand zu mir gekommen und hat mich in den Arm genommen, einfach so, ohne Hintergedanken, nur um mich zu trösten.

Außer meinem Mann hat mich noch nie jemand so liebevoll und fürsorglich behandelt wie du. Und weil du ja weißt,

dass ich finanziell nicht so gut dastehe, hielt ich es für logisch und konsequent, dass du mit mir schlafen wollen würdest. Für mich war das die einzig sinnmachende Schlussfolgerung. Ich muss das doch irgendwie wieder gutmachen.

Aber du musst auch wissen, dass die Umarmungen von dir wie Balsam für meine Seele sind. Es tut so gut, wenn ich mich bei dir anlehnen kann. Ich fühle mich dann so geborgen und sicher.

Und es ist, als wenn mein Mann aus dem Himmel zu mir spricht, mich dazu ermutigt, eine neue Liebe zuzulassen.

Timo, wenn ich in deiner Nähe bin, passiert was in mir. Ich glaube, meine Aktion von vorhin war wie eine Schutzreaktion für mein Herz. Ich befürchte nämlich, es braucht dich, mein Herz. Ohne dich hätte es längst aufgegeben. Und was wird dann aus den Kindern?

Timo, ich habe Angst, große Angst sogar. Was, wenn ich wieder in meiner Wohnung bin, ohne deine schützenden Hände? Was, wenn ich dort mit neuem Infarkt zusammenbreche und mich niemand findet?“

Plötzlich ist sie ganz still, wie abgeschnitten ist ihr Redeschwall. Ich spüre, dass sie sich über das Gesicht wischt. Ich weiß, dass jedes Wort von ihr wahr ist. Mein Ärger ist verflogen. Aus ihrer Sicht hatte ich das noch nie betrachtet, weil ich dachte, immer das Richtige zu tun. Jetzt komme ich mir blöd vor, schäbig, sie vorhin einfach stehengelassen und sie so herablassend angesprochen zu haben.„Timo?“

„Ja Julia?“

„Kannst du mich bitte in den Arm nehmen? Ganz fest?“

Gleichzeitig drehen wir uns zueinander. Als hätten wir die Bewegungen schon oft geübt, finden unsere Arme die Lücken, durch die sie sich hindurchschieben müssen, um sich auf dem Rücken des Partners zu verschließen.

Julias Körper ist angespannt und zittert. Sie schiebt ihren Kopf in meine Halsbeuge und flüstert: „Halt mich, bitte verzeih mir.“

Ich ziehe sie fest an mich um ihr zu zeigen, dass es sich gut für mich anfühlt und völlig in Ordnung ist. Ihre Haare kitzeln in meiner Nase. Sie riechen nach fruchtigem Shampoo und fühlen sich locker und ganz leicht an. Langsam fahre ich mit meiner Hand über ihren Hinterkopf und streichle sie.

„Julia, ich war so dumm. Mir war nicht klar, wie das alles hier auf dich gewirkt haben muss. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, wollte nur helfen. Aber du hast recht, ich hätte weiterdenken müssen. Die Kinder sind so unbeschwert hier und fühlen sich wohl und da dachte ich, es wäre auch für dich die perfekte Lösung.

Du bist eine außergewöhnliche Frau. Opferst dich auf, gibst alles. Dass es so schlimm um deine Finanzen steht, habe ich nicht gewusst.

Und auch in mir ist etwas passiert. Ich hatte zwar Sandra an meiner Seite, aber immer warst du es, die mir im Kopf herumgeisterte. Ich bin fasziniert von dir. Du bist taff, selbstlos, denkst rational und umsichtig. Und außerdem bist du wunderschön, nur deshalb habe ich dich so angesehen.

Julia, schon als ich dich im Gras liegen sah und dann später bei meinem ersten Besuch im Krankenhaus, hat mich ein Blitz getroffen.

Du wirst dich nicht erinnern, aber schon bei meinem ersten Besuch habe ich dir gesagt, dass ich immer für euch da sein möchte. Und das meine ich heute noch mehr denn je. Und ich möchte nie wieder hören, dass du deshalb mit mir ins Bett gehen musst.“

„Doch Timo, ich erinnere mich, das sagte ich ja schon. Im Unterbewusstsein dämmerte es, als ich wach wurde… ich soll stark sein, für die Kinder. WIR sollen für die Kinder stark sein. Stimmt das so?“

„Ja, so ähnlich.“

„Timo, soll ich jetzt wieder rüber gehen, oder darf ich hier bei dir liegen bleiben?“

„Wenn du mir versprichst, mich morgen nicht wieder so zu verletzen, dann darfst du bleiben.

„Das verspreche ich dir sehr gern.“

Kurz hebt sie den Kopf, sieht mich an und küsst mich innig. „Danke“ murmelt sie, „ich mag dich sehr Timo, viel zu sehr, glaube ich.“

„Du weißt ja nicht, wie sehr ich dich mag. Aber darüber und über deine Zukunft reden wir morgen, Ok?“

„Eine letzte Frage habe ich aber doch noch. Würdest du denn mit mir schlafen wollen?“, fragt sie.

„Nur, wenn es freiwillig und aus Liebe passieren würde. Sex und Liebe gehören für mich untrennbar zusammen.“

„Aha. Da sind wir uns wieder sehr ähnlich.“

Julia schmiegt sich dicht an mich. Ich spüre ihre Brüste und das feste Dach ihres Venushügels, das sich fest gegen mich drückt.

Unvermittelt setzt sie sich auf und zieht sich ihr Nachthemd über den Kopf: „Puh, du strahlst eine Ultrahitze aus.“

Dann legt sie sich wieder hin, mit dem Rücken zu mir und zieht meinen Arm um sich herum. Der weiche Stoff ihres Büstenhalters drückt sich gegen meinen Unterarm. An meinem Unterbauch spüre ich den Stoff ihres Höschens, dass keine Ähnlichkeit mit dem Baumwollschlüpfer aus dem Pool haben kann. Es ist ein leichter Stoff, wie Spitze oder mit kleinen Stickereien. Die Tatsache, dass es stockdunkel ist, schärft meine anderen Sinne.

Sie selbst führt meine Hand auf ihren flachen Bauch und legt sie dort ab. „Daran könnte ich mich gewöhnen.“, haucht sie, kurz bevor wir gemeinsam einschlafen.

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„Peter, Peter komm mal schnell!“ Das aufgeregte Rufen des kleinen Mädchens weckt uns unsanft. Julia sieht mich über ihre Schulter hinweg an und lächelt. „Guten Morgen Timo, danke, dass du brav geblieben bist.“

„Du glaubst mir immer noch nicht, oder?“

„Doch, doch, beruhige dich. Ich fand es sehr schön. Fast hatte ich vergessen wie schön sowas sein kann.“

Im gleichen Moment kommt Peter um die Ecke und bleibt wie angewurzelt neben seiner Schwester stehen.

„Sieh mal, Onkel Timo und Omi in einem Bett.“ Emma hüpft aufgeregt auf der Stelle und klatscht in die Hände.

„Na kommt schon ihr zwei. Kuschelzeit wie jeden Morgen.“, locke ich die Geschwister. Und schon liegen die kleinen Geister zwischen uns. „Stimmt das, hat Onkel Timo jeden Morgen mit euch gekuschelt?“, fragt Julia die Zwerge.

„Ja“ nickt Peter, „jeden Morgen hat er das gemacht.“

Julia sieht mich über die Köpfe hinweg an und streicht mir mit ihrer Hand zärtlich über die Wange.

„So jetzt reichts mir“, schalte ich mich ein, „ab sofort lasst ihr gefälligst das blöde ‚Onkel‘ weg. Bitte sagt nur noch Timo, oder denkt euch meinetwegen einen Spitznamen aus. Aber bitte nie wieder Onkel, ok?“

„Wie wärs mit Liebling?“, flüstert Julia kaum hörbar. Die Kinder haben das nicht gehört, oder nicht verstanden und reagieren nicht darauf.

„Das klingt schön.“, antworte ich, „darf ich dann auch Schatz zu dir sagen? Oder Mäuschen, Engelchen oder Hasi? Ich glaube, ich habe mich wie ein Schuljunge hoffnungslos in dich verschossen.“

„Natürlich darfst du das, Liebling. Mir geht es doch genauso.“

„Und was machen wir jetzt Julia?“

„Am besten ist, du küsst mich jetzt erstmal, damit die Kinder auch Bescheid wissen. Und dann sehen wir weiter.“

Es ist uns tatsächlich gelungen so leise zu sprechen, dass die Kinder völlig überrumpelt mit ansehen müssen, wie sich Julias und meine Lippen zum ersten Mal in ihrem Beisein treffen und zaghaft miteinander verbinden.

Mucksmäuschenstill und bewegungslos werden wir staunend von zwei Augenpaaren beobachtet, bis wir uns langsam lösen und uns dabei tief in die Augen sehen.

„Timo, ich habe dich angelogen. Ich mag dich nicht nur, ich habe mich auch in dich verliebt. Und ich war irre eifersüchtig, als du mit dieser blonden Schnepfe um die Ecke kamst.“

„Wäre ich an deiner Stelle auch gewesen. Weißt du Julchen, ich habe dich in so vielerlei Hinsicht mit Sandra verglichen. Und jedes Mal hast du den Vergleich gewonnen. Bitte bleib bei mir, ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Freundin sein möchtest. Uns verbindet doch etwas, merkst du das denn nicht?“

„Doch Timo, das spüre ich auch. Und es wäre ein Fehler jetzt ‚nein‘ zu sagen. Einen besseren Kerl als dich, finde ich doch auf der ganzen Welt nicht.“

Warum muss das Leben immer so kompliziert sein? Das war er also, der Startschuss in eine neue Beziehung. Ganz schön mutig von mir, wo doch die letzte gerade erst vor gut 24 Stunden endete.

Irgendwann spät abends muss Franjo das Zeug von Sandra abgeholt und den Schlüssel an den Griff der Haustür gehängt haben. Feige sind sie zu allem Überfluss also auch noch. Damit ist nun auch dieses Kapitel endgültig erledigt.

Aber das hier, das Neue, ist einzigartig, etwas Besonderes. Schon deshalb, weil die Frau etwas Besonderes ist, weil die Kinder ganz besondere sind und weil die ganze Konstellation mit uns, eine besondere ist. Es muss eine höhere Gewalt gewesen sein, die diese kleine Familie in meine Obhut getrieben hat. Wohlwissend, dass ich sie bis zur völligen Selbstaufgabe beschützen und behüten würde.

Der Kuss, die sinnliche Berührung ihrer seidenweichen Lippen, besiegelte den magischen Moment. Es war das stille, gegenseitige Versprechen, uns nie wieder allein zu lassen.

Ich kann mein Glück kaum fassen. Diesen Urlaub werde ich mein Leben nicht wieder vergessen. Noch vor ein paar Tagen war ich gelangweilt, hatte Trübsal geblasen, weil jede Menge trostlose Tage vor mir lagen. Und nun? Keine Zeit zum Durchatmen, alles war darin enthalten. Drama, Erotik, Liebe, Spaß, Aufregung, Spannung, Freude, Traurigkeit …!

Wer kann das schon von seinem Urlaub behaupten? Es sei denn, man hat bei Joachim Schweitzer gebucht.

Und das Beste, er ist noch nicht vorbei. Eine gute Woche bleibt uns noch, bis uns der Alltag wieder zurück bekommt.

Julia schlägt die Bettdecke zurück und springt wie ein Kastenteufel aus dem Bett. Das Nachthemd von letzter Nacht bleibt einfach auf dem Boden liegen. Natürlich entgehen ihr meine Blicke nicht. Keck dreht sie sich langsam einmal im Kreis und streckt mir dabei ihren reizenden Po entgegen.

Ein weißes Spitzenset überspannt ihre erogenen Zonen. Sie trägt einen fast durchsichtigen Panty-Slip aus zarter Spitze, der sich tief zwischen ihre Schamlippen drückt. Schamhaare kann ich keine erkennen, aber das mag auch an ihren hellblonden Haaren liegen. Dazu einen BH, der ihre Halbkugeln umspannt und ihre Brustwarzen schwach durchschimmern lässt. Wunderschöne Knospen, kreisrund und mit feinen Spitzen, die versuchen, kleine Löcher in den weichen Stoff zu bohren.

Der Anblick lässt mich nicht ganz kalt. Ein leichtes Zucken in meinen unteren Regionen kündigt eine prächtige Erektion an. Kurz blicke ich mit einem Lächeln und erklärendem Augenrollen an die Zimmerdecke. Sie grinst wissend. Dann ein flüchtiger Handkuss und weg ist sie.

Irgendwie bin ich froh, dass sie den Aufstand des Samenspenders in meiner Shorts nicht mitbekommen hat. Und dennoch hätte ich gern noch eine Weile mit ihr geschmust.

Aber die Kinder sind nicht so einfach abzuschieben, wohin auch. Also einfach zwischendurch mal vernaschen, ein Sponti im Pool oder ein Quickie im Bad, daraus wird wohl so schnell nichts.

Die Dusche rauscht und ich höre sie singen. Ein gutes Zeichen dafür, dass sie rundum glücklich und zufrieden ist.

„Bist du jetzt nicht mehr mit Sandra, sondern mit Omi zusammen?“ Emma, das süße, kleine Biest krabbelt auf mir herum und fragt mich das. „Ja, ich denke schon.“

„Und dürfen wir denn jetzt für immer hierbleiben?“, schaltet sich Peter in das Gespräch mit ein. Er hatte mich das schon einmal gefragt, es scheint ihm also sehr wichtig zu sein.

„Ich hätte nichts dagegen, aber da hat Julia auch noch ein wichtiges Wörtchen mitzureden, findet ihr nicht?“

Emma und Peter sehen sich kurz an und dann antworten sie wie aus einem Mund: „Nö.“, und lachen sich über ihren eigenen Spaß kaputt.Dass die Dusche ihr beruhigendes Rauschen und der liebliche Gesang meiner Elfe aufgehört hat, ist mir beim Toben mit den Mäusen nicht aufgefallen. „Was gibt’s denn hier zu lachen?“, steht Julia lässig am Türrahmen angelehnt. Eingehüllt in den weißen Bademantel, der wochenlang achtlos am Haken der Badezimmertür hing, der sich nun wie ein roter Faden durch meine Urlaubstage gezogen hat und der ihr so unfassbar gut steht. Um den Kopf hat sie schmuckvoll ein Handtuch geschlungen, das das Wasser ihrer tropfnassen Haare auffängt.„Emma und ich haben beschlossen, für immer hier zu bleiben, bei Timo. Und der hat nichts dagegen, wenn du nichts dagegen hast. Und du hast doch nichts dagegen, oder Omi?“

„Na ihr seid mir ja lustig. Sowas Wichtiges wird einfach hinter meinem Rücken beschlossen? Na wartet, dafür werde ich euch durchkitzeln.“

Mit einem lauten Lachen kommt sie auf das Bett gesprungen und schnappt sich die kleinen Kinderkörper, die dann von ihren Fingern nahezu gefoltert werden, weil sie einen wahren Lachanfall erleben.

Bei der wilden Schlacht lockert sich langsam der Gürtel um ihre schlanke Hüfte. Immer weiter klappen die beiden Seiten des Mantels auseinander. Ihre Brüste schwingen deutlich sichtbar hin und her, bis eine von ihnen völlig frei aus dem Bademantel baumelt. Sie sieht kurz an sich herunter, rafft flüchtig die beiden Seiten wieder zusammen und tobt ausgelassen weiter. Es dauert nicht lange, bis sogar beide Hügel sichtbar sind.

„Glotz da nicht so hin, die kriegst du noch früh genug zu sehen. Und mit dir bin ich sowieso noch nicht fertig. Du kriegst meine Rache auch noch zu spüren. Die Kinder auf deine Seite zu ziehen, was fällt dir ein.“, grinst sie.

„Ich muss hinsehen, die sind so schön.“

„Quatsch, die hängen. Ich mag sie nicht. Paar Implantate wären nicht schlecht.“

„Untersteh dich, da einen Chirurgen dran zu lassen. Diese Brüste haben ein kleines Mädchen gestillt und trotzdem sind sie noch straff und fest. Sie passen ganz prima zu dir und ich liebe sie jetzt schon.“

„Du hast sie doch noch gar nicht angefasst. Woher willst du wissen, dass sie noch straff und fest sind und nicht wabbelig-weich?“

„Ich habe dir die Elektroden mit angelegt, deshalb.“

„Ach ja, da war ja was.“

„Julia, gestern war es dir peinlich, in Unterwäsche und T-Shirt im Pool zu plantschen und heute ist es dir egal, dass ich dich sogar fast nackt sehe, was ist passiert?“

„Gestern dachte ich auch noch, du wärst nur auf eine Liebesnacht mit mir aus und ich wollte dich nicht noch zusätzlich reizen. Heute ist die Lage eine ganz andere: Erstens liebe ich dich, zweitens hast du meine Hupen sowieso schon mal gesehen und drittens hoffe ich, dass wir in Zukunft keine Geheimnisse mehr voreinander haben werden. Und ihr beiden Mäuse verschwindet jetzt ins Bad, waschen und Zähne putzen. Marsch, marsch.“

Emma und Peter fliegen förmlich aus dem Schlafzimmer. Julia legt sich zu mir ins Bett und kuschelt sich an.

„Timo, ich würde irgendwann in nächster Zeit gern mit dir schlafen. Und ich weiß, du willst das auch, die Beule unter der Bettdecke hat dich verraten. Aber ich habe Angst, dass ich dir nicht genügen kann. Ich hatte lange keinen Sex mehr, keine Ahnung, ob das noch funktioniert. Und wenn, dann musst du bitte ganz vorsichtig sein, ja?

Und bevor du auf die Idee kommen solltest … mein Hintern ist tabu. An den lasse ich nur Wasser und Seife. Ach und noch was: ‚Julchen‘ hat mich mein Mann auch immer genannt. Ich habe es geliebt, wenn er das gesagt hat.“

„Wenn es dir nicht recht ist, dann lass ich es. Ist mir vorhin so eingefallen. Und ja, ich werde sehr vorsichtig sein, versprochen. Es klingt abgedroschen, aber es wird nur passieren, was für dich ok ist. Und ich höre sofort auf, wenn die Grenzen des für dich Erträglichen erreicht sind.“

„Nein mein Schatz, ich möchte, dass du mich weiter so nennst. Du darfst das, aber du sollst wissen, dass es eine Ehre für dich ist, das darf sonst nämlich niemand anderer. Und danke, ich wußte, dass du Verständnis hast.“

Dabei schmiegt sie sich noch fester an mich. „Ja, ich fühle es ganz genau. Ich liebe dich Timo.“„Ich dich doch auch, mein Schatz.“

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