Im Auto sacke ich zusammen. Ich muss zugeben, die Trennung, so schmerzlich sie im Moment auch sein mag, tut gut. Es ist eine zenterschwere Last, die mir von den Schultern genommen wurde. Na ja, dass sie es mir so leicht machen würde, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ich atme einmal scharf aus, um auch den letzten Druck von der Brust
loszuwerden.
Mein Handy vibriert. Sandra: „Es tut mir wirklich leid, das musst du mir glauben. Ich liebe dich wirklich, du bist ein ganz wunderbarer Mann. Aber Franjo war so lieb und er tat mir so leid. Bitte verzeih mir.“
Überflüssig, jedes Wort von ihr, ich antworte nicht. Sie hat es nicht verdient, so schäbig, wie sie mich hintergangen, fast ausgenutzt hat. So fühlt es sich gerade an. Mies. Anscheinend ist sie doch nicht so reif, wie ich dachte, sondern eher naiv und dumm. Nein, jedes weitere Wort wäre zu viel, aus meiner Sicht ist alles gesagt.
Irgendwie erleichtert, wähle ich die Nummer von Enzo, meiner Lieblingspizzeria. Ich habe Glück, die Mittagsschicht ist noch da: „Schüttler … ja genau, Timo … bitte einen Tisch für 4 Personen … heute Abend. So gegen halb 7? … Prima. Bis heute Abend dann.“ Zufrieden lehne ich mich einen Moment in meinen Autositz. Ich habe noch etwa eineinhalb Wochen Urlaub und die werde ich mich gut um Julia und die Kinder kümmern, das verspreche ich mir selbst.
Barfuß, nur in Badeshorts, schleiche ich mich auf die Terrasse und bleibe einen Moment, leicht versteckt hinter einer großen Blume, stehen. Julia ist mit den Kindern im Pool und Emma zeigt ihr stolz, was sie bei mir gelernt hat.
„Das weiß ich alles von Onkel Timo“, prustet sie nach Luft schnappend.
„So, so, von Onkel Timo weißt du das?“
„Ja, er hat mich unter dem Bauch gestützt und dann war es ganz leicht.“
Ich muss grinsen, denn meine Wahrnehmung zu ihrer Geschichte war dann doch ein klein wenig anders. Aber Spaß gemacht, hat es allemal.
Julia badet in T-Shirt und BH.
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