Sie sitzen brav auf dem Rücksitz, Peter spielt mit einem alten Gameboy und Emma führt tiefgründige Gespräche mit Nicole, ihrer Plastikfeundin. Ich bin aufgeregt und muss mich zwingen, nach außen genug Ruhe auszustrahlen, um die Kinder nicht unnötig zu beunruhigen.
Dabei trommle ich selbst nervös mit den Fingerkuppen auf dem Lenkrad herum, unpassend, denn mit dem Rhythmus der Musik hat das rein gar nichts zu tun. Wie schrecklich falsch sich das anhört. Und doch beruhigt es irgendwie die Neven, auf eine sehr eigentümliche Art zwar, aber es beruhigt. Bis ...
… bis mein Engel den schmalen Weg von der Eingangstür entlangkommt. Immer noch leicht gekrümmt vor Schmerzen, aber lange nicht mehr so schlimm wie noch vor einer halben Stunde. Vorsichtig lässt sie sich in den Autositz gleiten, beugt sich zu mir rüber und flüstert: „Kein Grund zur Sorge, die Innenseite der Vagina ist etwas gereizt, aber sonst ist alles in Ordnung. Sie meint, der eine oder andere Orgasmus könnte krampflösend wirken.“
„Na siehst du Schatz, alles ist gut. Du legst dich einfach viel hin und dann wird das schon.“
„Du Omi, was ist ein Orgasmus?“ Emma, mit ihren spitzen Ohren kriegt aber auch alles mit. Julchen und ich sehen uns an und müssen lachen. „Siehst du Schatz, es geht schon los mit der Aufklärung“, lächle ich meinen Engel an.
„Mein Spatz, das ist ein sehr schönes Gefühl, wenn sich zwei Menschen ganz doll lieb haben und sich ein bisschen streicheln, bis dieses Gefühl in einem aufsteigt. Dann kribbelt und kitzelt es überall in deinem Bauch. Manchmal wird einem sogar ein bisschen schwindelig, aber auf eine ganz schöne Art.“
„Kann ich das auch haben Omi?“
„Nein mein Spatz, dazu musst du noch ein paar Jahre warten. Du wirst ganz allein merken, wenn es soweit ist.“
„Ach so, schade.“
Zu Hause angekommen, hat sich Julia gleich ein kuscheliges Nest auf dem Sofa gebaut und es sich richtig schön
gemütlich gemacht. Mit einem etwas stärkeren Schmerzmittel, speziell für Frauenleiden, weiteren Wärmflaschen und einer liebevollen Fürsorge meinerseits, beruhigt sich ihr Unterleib einigermaßen schnell. Sie spielt sogar zeitweise wieder mit den Kindern auf dem Fußboden, kuschelt sich an mich und so wird der Tag dann trotz des schlechten
Wetters einigermaßen kurzweilig.
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