Timo - Kapitel 10

Das Polarlicht

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Timo - Kapitel 10

Timo - Kapitel 10

Gero Hard

Lass uns eben anrufen.“

„Das hab ich eben schon, von oben. Sie hat eigentlich keinen Notdienst an diesem Mittwochnachmittag, aber sie erwartet mich trotzdem in einer Stunde in der Praxis.“ 

Sie schleppt sich wieder die Treppe nach oben. Julia tut mir leid, wie ein Häufchen Elend schiebt sie schwerfällig einen Fuß vor den anderen, kämpft sich ins Bad und verschwindet unter der Dusche.

15 Minuten später steht sie wieder unten bei uns, mit einem leichten Sommerkleid und flachen Riemchensandalen. Ihre Haare frisch gestylt, dennoch sieht sie müde aus, irgendwie abgekämpft, obwohl das sicher der falsche Ausdruck für ihre Erscheinung ist. Sie setzt sich zu mir auf die Couch, lässt sich aber sofort an mich fallen. Sanft ziehe ich sie in meinen Arm.

„So dolle hatte ich das schon ewig nicht mehr. Es tut so weh, verdammt.“

„Frau Doktor wird schon feststellen, was da los ist.“

„Hoffentlich ist es nichts Schlimmes. Erst das Herz, jetzt auch noch sowas.“

„Mach dich nicht verrückt Liebes. Wart’s doch erstmal ab.“

Wir haben noch etwas Zeit, bis es losgehen muss. Die Adresse von Frau Doktor habe ich schon gegoogelt, als Julchen unter der Dusche stand. Mit dem Auto ist es quasi um die Ecke, ein Katzensprung sozusagen.

Sie drückt sich ängstlich an mich. „Ich bin so froh, dass du da bist, es tut so gut, dich an meiner Seite zu wissen. Aber Schatz, zu der Ärztin geh ich allein rein, ja?“

„Na klar, ich muss doch die Rasselbande im Auto beruhigen.“

Das ist wieder einer der Momente, wo ich mächtig stolz auf die Geschwister bin.

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