Hoffentlich brennt das Haus; eine andere Entschuldigung lass ich nicht gelten. Doch vor mir steht Timon. Blaue Ringe sind unter seinen Augen, seine Haare sind wirr und seine Kleidung zerzaust.
„Mein Gott“ rufe ich, „was ist denn mit Dir passiert?“
Er schaut mich ungläubig an.
„Wie geht es Dir?“ fragt er mich. Er ist ganz außer Atem. „Wie es mir geht? Klingelst Du immer um 1 Uhr Nachts bei Deinen Freunden und fragst, wie es ihnen geht?“
„Entschuldige, aber ich habe mir Sorgen gemacht.“
Wieso macht er sich Sorgen?
„Komm einen Moment rein, mir wird kalt“, sage ich, „aber dann will ich schlafen. Ich hatte einen anstrengenden Tag.“
Wir gehen ins Zimmer. Timon setzt sich auf die Bettkante und schaut sich um.
„Jetzt sag mir bitte, warum Du Dir Sorgen gemacht hast“, fordere ich ihn auf.
„Wir waren doch verabredet. Und als Du auch nach einer Stunde nicht da warst, habe ich befürchtet, Dir sei etwas zugestoßen, oder Du...“
Dann erinnere ich mich. Die Einladung. War die überhaupt noch gültig?
„Au weia. Ich musste bis Mitternacht arbeiten, darüber hab ich das Essen ganz vergessen. Und nach gestern Abend wusste ich auch nicht, ob Du überhaupt noch…?“
„Entschuldige für gestern Abend. Ich habe mich fürchterlich benommen. Ich will gar nicht wissen, wie du Dich gefühlt hast.“
Ich nicke stumm und nehme ihn freundschaftlich in die Arme.
„Jetzt lass mich aber schlafen, ja?“, sage ich, aber Timon scheint immer noch nicht beruhigt zu sein.
„Ich glaube ich kann jetzt nicht schlafen; aber ich will Dich nicht länger stören“, sagt er.
Als ob Timon je stören könnte. Ich bin nur so unendlich müde.
„Willst Du hier schlafen? Das Bett ist breit genug“, frage ich.
Er schaut mich erleichtert an; aber auch fragend.
„Mach es Dir nichts aus?“
„Nein, es macht mir nichts aus. Nur lass uns beeilen, mir fallen nämlich die Augen zu.“
Timon ist wirklich sehr anständig. Er zieht sich im Bad aus und legt sich an den äußersten Rand des Bettes.
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