Timon und Eva

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Timon und Eva

Timon und Eva

Peter Urmel

Aber ich habe gehofft. Schließlich haben wir alles zusammen unternommen. Wir waren unzertrennlich. Nur jedes Mal, wenn ich versucht habe ein wenig, na ja, näher zu kommen, dann ist sie geschickt ausgewichen.“
„Und deswegen bist Du auf die geniale Idee gekomme
, ihr Herz mit Tortellini und Pornos zu gewinnen“, lache ich los. Egal was er jetzt denkt, das ist wirklich zu komisch. Aber Timon lacht. Er lacht sich dem Kummer aus der Seele und sieht dabei so schön aus, dass ich alle guten Vorsätze vergessen möchte. Wenn er wüsste, dass sein Lachen alle meine erogenen Zonen auf einmal trifft.
„Ich wollte mich übrigens noch Mal für Gestern bedanken. Es war ein sehr schöner Abend und ein tolles Essen.“ Das musste ich auch loswerden.
„Gern geschehen.“ Wie bescheiden er ist.
„Und jetzt sitze ich schon wieder bei Dir. Vielleicht magst Du mich morgen ja mal besuchen – zur Abwechselung und nur wenn Du willst natürlich?“ Und dann? Ich kann ja gar nicht kochen.
„Gerne, was gibt es denn?“
„Nichts Besonderes; eigentlich koche ich auch nicht oft, aber ich kenne den besten Pizzaservice der Stadt.“ Ich versuche, ihn mit einem breiten Grinsen zu entwaffnen.
Er lacht: „Gerne. Ich hab ja jetzt meine Abende frei.“

Dann sind wir beide still. Ich starre auf das DVD Cover in meiner Hand: Unzählige kleinen Bildchen aus dem Film zeigen je eine junge Frau auf der Straße oder in einer Fußgängerzone. Daneben dann ein Bild, auf dem das Mädchen nackt auf einem Hotelbett liegt. „Tut sie’s oder nicht?“ steht in großen rosa Lettern geschrieben. Ich überlege, wohin ich diese doofe DVD verschwinden lassen kann.
Doch Timon ist schneller: „Worum geht es in dem Film eigentlich?“
Seufz. Nun also doch. „Ganz einfach“, sage ich, „Ein Mann geht durch die Stadt und versucht, Frauen zu überreden, sich vor seiner Kamera auszuziehen. Manche tun es und manche nicht.“
„Und dann?“
„Dann schaut er, wie weit die Frauen gehen.

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