Tochter der Sonne

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Tochter der Sonne

Tochter der Sonne

Franck Sezelli

Ganz offensichtlich liebte sie das unverhüllte Sonnenbad.
Ihr Anblick kam mir in gewisser Weise unwirklich vor und verzauberte mich. Ich konnte gar nicht anders als näher zu gehen. Als ich aus dem Schatten der Bäume auf die Lichtung trat, wurde die Schöne wach. Sie hob den Kopf und schaute in meine Richtung. In ihrem Blick lag kein Erschrecken, auch keine Abwehr, sondern eher so etwas wie Verblüffung. Sie hatte wohl nicht mit anderen Menschen hier in der Tiefe des Waldes gerechnet.
Schuldbewusst nickte ich ihr freundlich zu, räusperte mich und sagte: »Ich bitte um Entschuldigung, ich wollte Sie nicht stören und bin auch gleich wieder weg.«
Die offenbar doch junge Frau machte keine Anstalten, ihre Blöße vor mir zu verstecken. Sie lächelte und meinte: »Es ist doch nicht Ihre Schuld, Sie konnten ja nicht wissen, dass ich hier bin. Kommen Sie doch näher, wo Sie schon einmal da sind.«
Sie richtete ihren mich bezaubernden Oberkörper auf und stützte sich nach hinten auf die Ellbogen. So präsentierte sie mir ihre schönen Brüste, ob absichtlich oder eher unbewusst, noch offener.
»Sie müssen wissen, dass ich, so oft ich kann, hier bin und die Sonne genieße. Ich bin eine echte Tochter der Sonne. Ich liebe es, die warmen Strahlen der Sonne auf meiner Haut zu spüren und meinen ganzen Körper gleichmäßig bräunen zu lassen. Schon als ich ein kleines Mädchen war, lief ich gern nackt durch unseren Garten und mein Vater nannte mich liebevoll ‘mein kleines Sonnentöchterchen’. Ich hoffe, meine Nacktheit stört Sie nicht?«
Natürlich versuchte ich schnell, jeden Gedanken in diese Richtung bei meiner Gesprächspartnerin zu verscheuchen: »Äh, äh, nein, natürlich nicht! Ich war im ersten Moment nur verblüfft, Sie hier anzutreffen.« Dann setzte ich fast schüchtern hinzu: »Der Anblick einer solch schönen Frau ist doch sehr erbaulich, wenn ich das so sagen darf.«

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