Ehe ich etwas erwidern konnte, stieg mein kleiner Frechdachs, mitsamt ihren Mädchen auch schon aus. Die Dirndlbeine rannten in Richtung Rolltreppe, und leider verschwanden auch die zwei Lederhosenpopos aus meinem Sichtfeld. Klara winkte mir noch zu. Ich glaubte, nicht richtig gesehen zu haben. Hatte sie sich eben auf den Po geklapst? Ein Blick auf die Uhr brachte Klarheit. In zwei Stunden würde ich die ganze Bande auf dem Cannstatter Wasen treffen. Ich stieg an der Endhaltestelle aus, um so schnell wie nur möglich in die Arztpraxis zu kommen. Zuvor steckte ich den Zettel, auf dem Klaras Handynummer stand, in die Jackentasche. Ich glaubte zwar nicht, dass ich ihn brauchen würde – es beruhigte mich aber doch, dass ich notfalls darauf zurückgreifen konnte, falls ich Klara nicht finden sollte. In der Arztpraxis verwies ich auf meinen Termin. Erstaunlicherweise kam ich schnell an die Reihe. Der Orthopäde diagnostizierte einen Knorpelschaden in meinem linken Knie. Den Hinweis, dass dies in meinem Alter normal sei, hätte er sich aber gerne ersparen können.
Eine Spritze bekam ich plus eines Rezepts, das mir eine Massage bescherte. Nun ging es zum Wasen.
Es gab viel Verkehr in der Stadt, weshalb ich es gerade noch schaffte, zum vereinbarten Zeitpunkt die besagte Geisterbahn zu erreichen. Die vier jungen Frauen warteten schon, allen voran Klara. Sie kicherten, als ich mich näherte, warfen einander verschwörerische Blicke zu. Die Mädels waren guter Laune ohne allzu betrunken zu sein. Klara stellte mir ihre drei Freundinnen vor. Sie klang wirklich süß.
„Das ist Jürgen, mein Retter in höchster Not! Die niedliche Blondine mit den Zöpfen heißt Mimi. Die da…“, dabei zupfte sie an der Schürze des brünetten Dirndlmädchens, „…nennt man Lissy. Dann haben wir hier noch die freche Lea, deren kleiner Popo in einer ziemlich kurzen Lederhose steckt…“
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