Ich spürte den Atem von wem auch immer in meinem Gesicht, während ich gefingert wurde. Eine Situation so abwegig, so unvorstellbar, dass ich eigentlich hätte abgestoßen sein müssen. Doch stattdessen geschah etwas gänzlich anderes: Die Berührungen trugen mich fort. Ich spürte einen Orgasmus in mir wachsen, mich ausfüllen. Mich überwältigen. Ich schrie lautlos ins Kissen.
Der Daumen, der eben noch die Schauer in einem unvorhersehbaren Wechsel aus Drücken und Stoßen provoziert hatte, verschwand. Und in meiner lustvollen Pein gefangen, spürte ich etwas Anderes, etwas, das nicht sein durfte. Etwas, das aufzuhalten, ich längst nicht mehr in der Lage war: Der Andere drang in mich. Ich konnte mir nicht länger vorspielen, dass es Jan war. Jetzt spürte ich deutlich, dass es nicht der Schwanz meines Freundes war.
Unaufhaltsam schob sich sein Schwanz in meine noch kribbelnde Spalte. Es ging so schnell, dass ich seine Stöße schon spürte, als ich gerade erst realisierte, was geschah. Dass ich mich neben meinem schlafenden Freund von einem anderen ficken ließ…
Eine Hand schob sich unter mein Shirt, griff gierig nach meinen Brüsten, zog mich an einen fremden Körper – immer wieder auf einen in mich fahrenden Schwanz…
Das Bett knarrte, die Matratze schaukelte. Nicht laut, nicht stark, aber doch so, dass ich bei jeder zusätzlichen Bewegung fürchtete, Jan könnte aufwachen. Ich hatte solche Angst davor, doch gleichzeitig genoss ich den Moment, der mehr einem Traum als der Wirklichkeit glich. Einem Traum, der einen mitriss, wie die Stromschnellen eines mächtigen Flusses.
Traum oder Wirklichkeit
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