Einfach vom Boot zu springen und ans Ufer zu schwimmen, war allerdings keine so gute Idee.
Ich stieg die schmale Leiter in das Innere des Bootes hinunter und ging in das mir angebotene Schlafzimmer.
Bäuchlings warf ich mich auf das breite Bett und heulte los wie eine dumme Gans. Dumm deshalb, weil ich nicht verstand, wieso mich seine Worte so um den Verstand brachten. Es war weiß Gott nicht die erste Liebeserklärung eines
Mannes. Schon seit ich vierzehn war, erreichten mich immer mal wieder kleine Zettel von Jungs mit den Worten:
'Willst du mit mir gehen Ja, Nein, Vielleicht', mit den Möglichkeiten kleine Kreuzchen daran zu machen. Später wurden es kleine Briefchen, die dann immer länger und auch intimer wurden, bis es dann nach ein paar Dates, die Herren fertigbrachten, mit mehr oder weniger dummen Sprüchen mir ihre Zuneigung zu offenbaren. Seinerzeit bestimmt mit dem Zweck, mich so schnell wir möglich flach zu legen. Aber ein paar ernst gemeinte waren schon damals dabei.
Also heulte ich weiter in die verdammt weiche Bettdecke hinein, bis sich eine Hand auf meinen Rücken legte. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und entdeckte Franzi, die leise hereingekommen sein musste. Jedenfalls hatte ich sie nicht gehört und mit ihr gerechnet sowieso nicht, saß sie doch eben noch mit Falk am Bug.
„Na, meine Kleine, hat er sich wie ein Tölpel benommen?“
„Nein, wenn er es denn wenigstens getan hätte, dann wüsste ich ja, warum… was machst du überhaupt hier.“
„Glaub mir Josie, Chris ist feinfühliger als du vielleicht denkst. Er schickt mich, weil ich nach dir sehen soll. Er hat mir gesagt, was passiert ist.“
„Es ist ja nichts passiert, das ist ja das Schlimme.“
„Doch schon, ist es. So ein Liebesgeständnis kann einen schon umhauen. Vor allem, wenn man genauso empfindet, hab ich recht?“
„Was? Nein … doch … vielleicht … ach ich weiß es doch nicht! Ich mag ihn, sehr sogar, das auf jeden Fall.
Träume ich?
Josie
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Träume ich?
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