Über das Ausziehen

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Über das Ausziehen

Über das Ausziehen

Leni Trattner

Aber nicht weniger nah und auch nicht weniger intensiv.
Die Küche roch nach Äpfeln. Nach Butter. Und nach uns.
Und hinter uns arbeitete der Ofen ruhig weiter. Als wäre nichts geschehen. Und wir, wir sammelten uns. Erst emotional und dann die Kleider vom Boden.
Als der Strudel fertig war und wir ihn aus dem Ofen holen konnten, war er natürlich noch zu heiß.
Also haben wir erst einmal gemeinsam den Abwasch gemacht.
Und da war er wieder – dieser kurze Moment von Alltag. Dieses „Wir tun so, als wäre das hier ganz normal“. Etwas, das sich mit ihm erstaunlich richtig anfühlt. Es gibt mir eine Ruhe, die ich nicht oft habe. Zeigt mir, dass er da ist, wenn ich ihn brauche. Ohne mich unruhig zu machen. Ohne mich einzuengen.
Weil ich weiß, dass er später gehen wird. Dass er nicht glaubt, aus uns müsste jetzt sofort ein gemeinsames Leben werden. Keine großen Pläne, keine Erwartungen, die plötzlich alles schwer machen.
Nur zwei Leben, die sich immer wieder berühren.
Und manchmal überschneiden.
Später saßen wir am Küchentisch. Jeder mit seinem Teller.
Er nahm den ersten Bissen, kaute, sah mich an.
„Der ist…“ Er legte den Kopf leicht schief – diese kleine, suchende Bewegung, wenn ihm für einen Moment die Worte fehlen. „Der ist wirklich gut.“
Ich zuckte mit den Schultern. „Hab ich ja gesagt.“
Er nahm noch einen Bissen. Diesmal langsamer.
„Ganz anders als im Kaffeehaus.“
„Eh“, sagte ich.
Und manchmal, ganz ehrlich, sagt ein „Eh“ mehr als alles andere.
Seitdem hat sich etwas verändert.
Ich mache noch immer nicht oft Strudel. Aber ich mache auch nicht mehr keinen.
Lange Zeit hat es sich nicht ausgezahlt. Für eine Person schon gar nicht.
Jetzt ist das anders.
Nicht, weil ich für ihn koche.
Aber wenn ich weiß, dass er kommt, dann ist es plötzlich eine gute Gelegenheit.
Weil manches einfach besser funktioniert, wenn jemand da ist.
Beim Essen.
Und manchmal auch schon davor.

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Ach Leni ....

schreibt Stayhungry

Gedichte auf den Leib geschrieben