Ich habe gemerkt: Meine Leser hier sind sehr aufmerksam. Und es ist ihnen nicht entgangen, dass ich zwar viel über Kaffeehäuser schreibe, zwei ihrer größten Ikonen in meinen Geschichten aber kaum vorkommen – nämlich der Apfel- und der Topfenstrudel.
Und ja, das stimmt. Ich sitze oft in Kaffeehäusern, vor mir eine Tasse mit einer Kaffeekreation, die mal mehr, mal weniger Milch enthält. Manchmal auch ein wenig Alkohol, wenn es Winter ist und draußen längst dunkel. Und sehr oft steht ein Stück Torte vor mir. Oder besser: stand. Meistens ist es schon aufgegessen. Vorzugsweise Kardinalschnitten – die ja eigentlich Schnitten und keine echten Torten sind, aber lassen wir das.
Strudel hingegen bestelle ich fast nie. Denn mit dem Strudel und mir, das ist eine längere Geschichte. Eine etwas widersprüchliche noch dazu.
Und wie Sie vermutlich schon ahnen: Jetzt folgt ein Exkurs.
Wenn Sie direkt zur eigentlichen erotischen Szene springen wollen, können Sie die nächsten Absätze gern überspringen. Ich nehme mir hier nämlich etwas Raum. Mehr, als ich ihn mir sonst in meinem Job nehmen kann. Kein Wortlimit, keine formalen Vorgaben. Also lasse ich das Gefühl, dass ich es ganz erzählen muss, zu und erzähle wirklich alles – damit Sie verstehen, wie es dazu kommt. Und vielleicht auch ein wenig, wer ich bin.
Wenn Sie also bleiben wollen: Kommen Sie mit, es geht in meine Vergangenheit.
Warum ich kaum Strudel bestelle, ist eigentlich schnell erklärt. Ich bin nicht mit dem Kaffeehaus-Strudel aufgewachsen. Nicht mit diesen hohen, geschniegelt aufgetürmten Stücken, bei denen die Fülle überproportional dominant zum Teig wirkt, die Topfenschicht mehrere Zentimeter misst und alles so makellos wirkt, dass man meint, sie seien eher fürs Fotografiert-Werden gedacht als fürs Essen.
Über das Ausziehen
4 10-16 Minuten 1 Kommentar
Über das Ausziehen
Zugriffe gesamt: 149
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.
Ach Leni ....
schreibt Stayhungry