So viel Zeit musste noch sein.
„Mach dir keine unnötigen Gedanken, Olivia. Du bist die Beste und von deinem Wissen werden eines Tages auch andere profitieren können. Also geh zu diesem Assessment und zeig denen, wer die ‚Queen‘ im Ring ist.“
Sie gab Martin noch einen letzten Kuss, bevor sie sich umdrehte und zur Türe ging.
„Und falls sich etwas ergeben sollte“, rief er Olivia hinterher, „dann möchte ich ein Bild davon haben.“
Olivia warf ihrem Mann noch eine Kusshand zu und schloss die Türe hinter sich, um mit ihrem Wagen noch rechtzeitig zum Flughafen München zu gelangen.
*****
Das Prozedere beim Check-in kannte Olivia im Schlaf und innert kürzester Zeit war sie mit ihrer Arbeitstasche und „dem BUKO“ (Beischlaf-Utensilien-Koffer) durch den Zoll. In ihrem Koffer hatte sie das nötigste für zwei Übernachtungen, wie aber auch Kleidung zum Wechseln eingepackt, weiß „Frau“ doch nie, wen sie abends an der Hotelbar trifft.
Kurze Zeit später saß sie an Bord einer A319-100, welche für den fünfzigminütigen Flug vorgesehen war. Es war ein seltsames Gefühl, das Flugzeug nicht selbst zu steuern und dann noch quasi in der Holzklasse zu reisen
Einigermaßen pünktlich startete das Flugzeug in München, um dann knapp vierzig Minuten später bereits in Zürich Kloten zu landen. Sie kannte den Anflug auf Zürich noch aus der Zeit, als sie mehrheitlich Kurzstrecken geflogen war. Ein absoluter Murks war das … zuerst alle Flieger auf Anflugkurs bringen, dann zum richtigen Zeitpunkt auf Pistenachse abdrehen und dann alle Flugzeuge wie auf der Perlenschnur aufgereiht auf Piste 14 einfliegen zu lassen, nur damit man möglichst wenig über deutsches Hoheitsgebiet fliegt!
Ein wenig in Gedanken über das Kommende versunken, realisierte Olivia das Andocken erst, als die ersten Passagiere aufstanden und ihr Handgepäck aus den Ablagen über den Sitzen holten. Langsam kam Olivia in die Gänge und sie verabschiedete sich noch vom Kabinenpersonal.
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