„Ria bist du das?“, fragte eine ihr sehr vertraute Stimme.
Plötzlich wurde sie von zwei starken Armen hochgezogen und eine mit Bartstoppeln übersäte Wange presste sich an ihre.
„Ria, mit allem habe ich gerechnet, aber nicht damit, dich noch Mal wieder zu sehen? Wo kommst du denn auf einmal her?“
Uli hielt sie auf Armeslänge von sich und schaute sie erwartungsvoll an.
Ria war von dieser Begrüßung überrascht! Noch nie hatte Uli es gewagt sie in die Arme zu nehmen und an sich zu pressen. Und sie musste zugeben, dass es ihr gefiel. Ja, sie spürte wieder diese Vertrautheit, mit ihrem früheren Freund!
Sie schaute Uli an und entdeckte neue Züge in seinem Gesicht. Er war männlicher geworden und strahlte eine ungewohnte Selbstsicherheit aus. Das war nicht Uli, wie sie ihn gekannt hatte.
Bevor sie etwas sagen konnte, zog Uli sie erneut an sich und flüsterte leise, „du glaubst gar nicht wie ich mich freue, dich zu sehen!“
Er löste sich von ihr und schob sie durch die Tür ins Innere des Hauses, indem er ihr eine Hand auf den Rücken legte.
„Wie kommt es, dass du hier bist? Wolltest du meine Eltern besuchen?“, fragte er.
Ria schaute ihn nachdenklich an. Uli hatte sich verändert! Nicht nur, dass er sie in den Arm genommen hatte, nein, auch äußerlich sah er anders aus. Nichts erinnerte mehr an den hübschen, aber etwas blassen Jungen. Der junge Mann, der jetzt vor ihr stand, hatte breite muskulöse Schultern und Arme. Er war überaus modern gekleidet und hatte relativ lange Haare, was ihm aber ausgezeichnet stand.
Es dauerte etwas, bis sie ihre Stimme wieder hatte: „Eigentlich wollte ich deine Eltern fragen, wo du jetzt wohnst? Ich habe versucht dich anzurufen, aber deine Nummer existiert nicht mehr!“ Ria hob etwas ihre Schultern, bei dem Gedanken, warum sie ihn hatte anrufen wollen. Unmöglich konnte sie ihm sagen, dass sie ihn wegen ihrer Wohnung brauchte. Nicht, nachdem er sie so empfangen hatte. Er hatte scheinbar immer noch Gefühle für sie und auch ihre Empfindungen waren bei seinem Anblick wieder da.
Uli machte ein trauriges Gesicht, bevor er ihr antworten konnte: „Mein Vater ist vor gut einem Jahr verstorben und meine Mutter hat das so mitgenommen, dass sie dement wurde und ich sie in einem Pflegeheim unterbringen musste. Ich wohne jetzt hier, weil ich so dichter bei meiner Mutter bin. Außerdem habe ich eine neue Handynummer, da ich jetzt ein Firmenhandy habe!“
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