Unter fremder Sonne

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Unter fremder Sonne

Unter fremder Sonne

Chloé d'Aubigné

Eine Auszeit von all der Anspannung, den Erwartungen und dem Stress.
Die Frau gegenüber ließ nun ihre Finger in den Slip gleiten und in diesem Moment schloss sie kurz ihre Augen. Ihre Lippen öffneten sich leicht und obwohl ich es nicht hören konnte, war ich mir sicher, dass ihr ein ganz leiser Seufzer entkommen war. Dann sah sie mich wieder an.
Ich hatte auf diesen Blick gewartet. Nun war ich es, die die Finger in den Slip gleiten ließ. Und ohne Umschweife ließ ich sie zwischen meine Schamlippen fahren, über meine Klitoris. Nicht zu leicht, aber auch nicht zu fest. Doch so, dass es mir nicht gelang, die Augen nicht für einen ganz kurzen Moment zu schließen. Denn ich wurde von einem Schauer erfasst, den ich so lange nicht mehr gefühlt hatte.
Wir waren einander fremd, ohne Namen, ohne Geschichte. Keine von uns wusste, wer die andere war, woher sie kam oder warum sie hier war. Es gab keine Erwartungen zwischen uns, keine Versprechen, die wir brechen konnten. Und doch schenkten wir uns in diesem Moment etwas, das wir anscheinend beide so vermissten – ungeteilte Aufmerksamkeit. Und Zeit. Es gab für diese paar Momente nur diesen Nachmittag, nur diesen Strand und nur uns.
Ich ließ meinen Blick über ihren Körper wandern, ohne mich dafür zu schämen. Betrachtete sie. Konnte sehen, wie ihre Schultern ein wenig knochig waren, dass ihre Nase einen kleinen Höcker hatte, welchen man aber nur sah, wenn man im richtigen Winkel auf diese blickte. War fasziniert vom Spiel von Sonne und Schatten auf ihrer Haut. Wie sich dieses bei jeder Bewegung leicht veränderte. Wie ihr Haar vom Wind in Unordnung gebracht wurde und sie es einfach zuließ.
Und sie, sie beobachtete mich. Erkundete ihren Körper mit ihren Blicken – und ich genoss das Gefühl von jenen auf meiner Haut.
Ich fragte mich nicht, woran sie dachte.

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