Stattdessen hatte ich sie frei ausgelebt – und sogar geteilt.
Für einen Augenblick dachte ich wieder an meinen Mann. An das Zimmer. An seinen Laptop. An seine Müdigkeit. An die Art, wie ich später neben ihm sitzen und so tun würde, als wäre dieser Tag nicht geschehen. Doch er war geschehen und ich war dankbar dafür.
Obwohl ich die Augen immer noch geschlossen hatte, wusste ich, dass sie mich wieder ansah. Ihr Blick berührte meine Haut, reizte sie – und ich genoss es. Dann, als ich hörte, dass sie ihre Tasche packte und den Strand verließ, behielt ich meine Augen weiterhin geschlossen. Mir schien dies die einzige Möglichkeit, um diesen Moment so magisch zu beenden, wie er es verdient hatte.
Nach einigen Minuten öffnete ich sie wieder – und ich war wirklich allein. Ohne Oberteil ging ich ins Meer, ließ mich von den Wellen umspülen. Und fühlte etwas, das ich so schon lange nicht mehr gespürt hatte: Freiheit.
Am Abend roch das Hotelrestaurant nach gegrilltem Fisch, Limetten und warmem Brot. Die Türen zur Terrasse standen offen, und von draußen drang das gedämpfte Rauschen des Meeres herein. Drinnen unterhielten sich die Gäste leise, als wollte man die Ruhe des Tages auch hier bewahren: Man sprach gedämpfter, lachte ruhiger und tat so, als hätte man alle Zeit der Welt.
Mein Mann saß mir gegenüber und erzählte von der Angelegenheit in der Arbeit, die plötzlich so dringend geworden war, dass sie ohne ihn nicht hätte erledigt werden können.
Ich hörte ihm zu. Oder ich versuchte es zumindest. Nickte an den richtigen Stellen, stellte Nachfragen zu Details. Doch meine Gedanken waren nicht bei diesem Gespräch, das mehr einer Präsentation glich, und nicht bei seinem Kollegen, der offenbar nicht wusste, wie man eine Datenanalyse verständlich aufbereitet. Meine Gedanken waren am Strand. Bei ihr.
Unter fremder Sonne
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Unter fremder Sonne
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