Unter fremder Sonne

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Unter fremder Sonne

Unter fremder Sonne

Chloé d'Aubigné

Auf seine Nähe. Und hatte gehofft, dass ich wieder diese besondere Vertrautheit fühlen würde, die dem Alltag zum Opfer gefallen war. Dieses gewisse Etwas, das ich früher immer neben ihm gefühlt hatte und das so prickelnd gewesen war. Dieser Blick von ihm, wenn ich mich nach etwas bückte. Wie er meinen Po musterte und dabei unverschämt grinste – und ich ihm ansehen konnte, was er in jenem Moment am liebsten machen würde. Seine Hand an meiner Taille, wenn wir irgendwo nebeneinanderstanden. Und sein Blick, der mich nicht daran zweifeln ließ, dass ich für ihn die einzige Frau auf der Welt war.
Wann hatte dieser Blick aufgehört zu existieren und war der Müdigkeit gewichen? Wann hatte ich zu denken begonnen, dass jede Excel-Tabelle spannender war als ich?
Ja, ich hatte gehofft, dass wir diese Müdigkeit in der Heimat zurücklassen würden. Gemeinsam mit dem kalten Licht des Laptops, der immer noch spätabends lief. Noch lange, nachdem ich mich schon ins Bett gelegt hatte und allein eingeschlafen war. Und einsam – auch wenn ich ihm das nicht gesagt hätte. Denn ich wollte ihm nicht noch mehr Stress bereiten. Aber ich vermisste es so sehr, in seinen Armen einzuschlafen. Und dass er vor dem Einschlafen nicht die Finger von mir lassen konnte. Nein, damals, als er nie die Finger von mir lassen konnte. Allein wie er mich geküsst hatte, wenn er von der Arbeit nach Hause kam. Ein leidenschaftlicher Kuss, der mir zeigte, wie sehr er sich freute, mich wieder zu sehen. Damals, als sie es wortwörtlich an jedem Ort in der Wohnung getrieben hatten. Nicht weil wir fanden, dass man es mal probieren müsste. Sondern weil sie von der Lust übermannt worden waren. Als wir uns zum anderen in die Dusche zwängten und übereinander herfielen. Als so wenig genügte, um uns beide einfach so heiß werden zu lassen, dass wir das Gefühl hatten, es nicht mehr bis zum Bett zu schaffen.

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