Damals war es unmöglich gewesen, sich nicht zu berühren. Am liebsten hätte ich ihn ständig gespürt. Ihn dauernd geküsst, denn er war ein so guter Küsser gewesen.
Jetzt war es beinahe unmöglich geworden, überhaupt berührt zu werden. Einmal mehr zu bekommen, als einen flüchtigen Kuss auf die Wange, der einfach nur Teil eines Ablaufs geworden war, aber nichts mehr bedeutete.
Ich atmete langsam ein. Die Luft schmeckte nach Salz.
Ja, das Paradies war wunderschön. Aber es fühlte sich nicht paradiesisch an.
Die Sonne war ein wenig weitergewandert und ich hätte mich bewegen müssen, wenn ich nicht wollte, dass meine Schulter verbrannte. Trotzdem blieb ich einfach regungslos liegen und starrte aufs Meer, ohne die einzelnen Wellen wirklich wahrzunehmen.
Ja, irgendwie fühlte ich nichts. Keine Hitze. Ich war ganz in meinen Gedanken, in welchen ich nur ihn sah. Sein Gesicht. Aber nicht das, dem ich heute am Morgen gegenübergesessen hatte. Nicht diesen angespannten Ausdruck, den er immer hatte, wenn er auf sein Telefon starrte, von welchem er kaum noch den Blick abwandte. Ich dachte an ihn, wie er früher gewesen war. Oder vielleicht daran, wie wir beide früher gewesen waren.
Je länger ich daran dachte, desto klarer konnte ich es wieder vor mir sehen. Und ich konnte ihn auch fühlen. Wie sanft seine Lippen gewesen waren, wenn er mich geküsst hatte, und wie fordernd sie werden konnten. Wie er mich ständig berührt hatte, wie selbstverständlich. Weil er mich fühlen wollte, egal wo. Eine Hand an meinem Rücken, wenn wir durch eine Menge gingen. Finger, die über meinen Nacken strichen, während er hinter mir stand und gerade niemand zusah. Ein kurzer Klaps auf den Po, wenn wir allein waren. Seine Berührung war damals überall gewesen, und ich hatte sie überall erwartet.
Jetzt erwartete ich nichts mehr.
Unter fremder Sonne
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Unter fremder Sonne
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