Unter fremder Sonne

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Unter fremder Sonne

Unter fremder Sonne

Chloé d'Aubigné

Der Gedanke traf mich unerwartet.
Ja, ich erwartete keine Berührungen mehr. Aber ich wollte wissen, wie sie sich anfühlten. Also strich ich sanft, beinahe forschend über meine Haut. Diese fühlte sich warm an, nicht nur dort, wo die Sonne sie berührte. Und ich merkte, wie mein Atem plötzlich ein wenig aus dem Gleichgewicht kam.
Vielleicht lag es an der Hitze.
Vielleicht an der Erinnerung.
Meine Hand ruhte auf meiner Seite. Ich hatte sie dort abgelegt, ohne darüber nachzudenken. Genau dort, wo er mich so oft berührt hatte, wenn er neben mir stand. Unter meinen Fingern hob und senkte sich meine Haut. Und ich merkte, wie ich zwischen den Schenkeln feucht wurde. Wie es mich erregte, nach so langer Zeit wieder eine so bewusste Berührung zu fühlen – auch wenn sie von mir selbst kam.
Du kannst doch hier nicht an so etwas denken, schalt ich mich in Gedanken.
Doch warum eigentlich nicht? Ich war so gut wie allein.
Die andere Frau lag noch immer auf ihrem Tuch. Ihre Brust hob sich ruhig unter dem Stoff ihres Bikinis. Sie sah aus, als würde sie schlafen.
Es gab also keinen Grund, meine Hand hier wegzunehmen. Eigentlich könnte ich sogar schauen, wie andere Teile meines Körpers auf meine Berührungen reagieren würden.
Meine Finger glitten langsam höher. Über die weiche Rundung meines Bauches, bis sie den Rand meines Oberteils erreichten. Dort blieben sie einen Augenblick liegen. Ich blickte wieder zum Meer, als könnte ich in seinem glitzernden Blau eine Antwort darauf finden, was ich tun sollte. Oder auch nur eine Erklärung, was ich hier tat.
Früher hatte ich mich nie selbst befriedigt. Nicht aus irgendwelchen moralischen Gründen. Es hatte einfach nie die Notwendigkeit gegeben. Ja, früher hatte ich ihn einfach nur ansehen müssen und wir waren, wenn die Situation es erlaubt hatte, übereinander hergefallen.

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